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Medal of HonorAirborne21.09.2007
Mit MoH: Airborne beschert uns EA einen weiteren Ego-Shooter mit der mittlerweile etwas ausgelutschten 2.Weltkrieg-Thematik. Die Medal Of Honor-Reihe hat bereits vor einigen Jahren auf der PlayStation 1 ihren Anfang genommen und stets dienten die Schlachten gegen das 3. Reich als Vorlage. Nach zahlreichen Ablegern und Nachahmern, musste man sich etwas besonderes einfallen lassen, um das angestaubte Szenario frisch und interessant wirken zu lassen. In MoH: Airborne schlüpft man in die Rolle eines wagemutigen Fallschirmjägers aus den Vereinigten Staaten und so stürzten wir uns aus windigen Höhen in eine weitere virtuelle Schlacht aus vergangenen Tagen.
Unter den WolkenBekanntlich haben sich einige der MoH-Titel nicht sehr gross an historische Begebenheiten gebunden (die grosse Ausnahme war MoH: Allied Assault), sondern wollten vielmehr ein intensives Kampferlebnis vermitteln. Die Schauplätze jedoch entspringen meistens realen Vorlagen und man hat sich Mühe gegeben, dem Spieler unverbrauchte Szenarien zu präsentieren. Wer nämlich die vorangegangen Titel bereits gespielt, oder sich mit ähnlichen Spielen wie Call of Duty befasst hat, muss auch mit neuen Umgebungen konfrontiert werden, um bei Laune gehalten zu werden. Entsprechend kämpft man sich durch Levels, die noch nicht in dieser Form in anderen Spielen vorgekommen sind, und das Anfliegen der Maps per Fallschirm gibt die Möglichkeit das Schlachtfeld einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Die Story ist in einem Ego-Shooter der im 2. Weltkrieg spielt natürlich nicht allzu variantenreich, man wird aber immer wieder mit schönen Zwischensequenzen versorgt, die eine gewisse Dramatik mit sich bringen.
Als Mitglied der amerikanischen Fallschirmjäger, fliegt man nach einem kurzen Briefing sämtliche Levels per Flugzeug an und springt dann an einer bestimmten Stelle mit dem Fallschirm aus dem dröhnenden Stahlkoloss. Eure Landeposition kann sehr entscheidend für den Verlauf des Kampfes sein. Hinzu kommt, dass man, abhängig von der gewählten Landeposition, das Spiel auf ganz unterschiedliche Weise erfährt. Relativ sichere Landepositionen werden mit grünem Rauch markiert und dort findet man des öfteren auch Nachschub oder Ausrüstungsgegenstände. Fliegt man eine erhöhte Position an, hat man die Möglichkeit einen Grossteil der Gegner bereits zu Beginn der Mission auszuschalten und kann so das weitere Vorankommen erleichtern. Wenn diese jedoch nicht markiert ist, findet man sich gelegentlich zwischen überraschten und schiesswütigen Gegnern wieder und muss erst einmal für das eigene Überleben sorgen. In jedem Level hat es ausserdem noch 5 geheime Landezonen, für deren Erreichen man bestimmte Auszeichnungen erhält. Sabotage im ÜberflussDie ersten Spielminuten in MoH: Airborne katapultieren den Spieler sogleich mitten ins Gefecht. Schnell wird klar, das sich am Spielprinzip nicht viel geändert hat. MoH: Airborne setzt auf rasante Action unterstützt von einer tollen Inszenierung. Die Steuerung ist klassisch und abgesehen von den Fallschirmanflügen erwartet den Spieler nicht viel Neues in dieser Hinsicht. Beim Anfliegen gilt es mit den Bewegungstasten seine Landeposition zu bestimmen und dort angekommen muss man aufpassen. Wer zu schräg angeflogen kommt, oder nicht im richtigen Moment nach vorne drückt, landet auf dem Bauch, was zur Folge hat, dass euer Alter Ego länger braucht bis er kampfbereit ist. Bei einer guten Landung kann man sich hingegen umgehend in den Kampf stürzen.
In der Rolle von Soldat Boyd Travers, gilt es verschiedene Missionsziele zu erreichen. Meistens muss man irgendwelche Geschütze oder Anlagen ausschalten und wird von einigen Kameraden auf dem bleihaltigen Weg dorthin begleitet. Hie und da gilt es einen Panzer oder Scharfschützen zu eliminieren, jedoch stehen Sabotage-Akte klar im Vordergrund. Eure Kameraden machen zwar den einen oder anderen Abschuss, tragen jedoch mehr zur Atmosphäre bei als zu eurer Unterstützung. Ihr könnt jeweils eine Pistole und zwei schwerere Waffen mit euch führen, ergänzt durch verschiedene Granatentypen. Alle Waffen erhalten nach mehrmaliger erfolgreicher Benutzung bis zu drei Upgrades, was ein interessantes System ist. Diese Upgrades verursachen beispielsweise grösseren Schaden, schnelleres Laden oder weniger Rückstoss. In einigen Fällen erhält man auch ein Zielfernrohr, ein Bajonett oder gar einen Granatwerferaufsatz für die mitgeführten Bleispritzen, welche vor jeder Mission ausgewählt werden können. Geballte ActionObwohl wir uns schon durch zahlreiche Spiele ähnlicher Art gekämpft haben, macht MoH: Airborne von Beginn an Spass. Dazu trägt vor allem das authentische Waffenarsenal und dessen Benutzung, wie auch die tolle Inszenierung, untermalt mit sensationeller Soundkulisse bei. Ein Augenschmaus, der seinesgleichen sucht, sind die Animationen getroffener Gegner, welche mit unglaublichem Realismus über Kisten zusammensacken oder, getroffen von einer Granate, durch die Gegend segeln. Allein deswegen kann MoH: Airborne jenen empfohlen werden, welche nicht allzu zart besaitet sind. Speziell in Situationen mit grossem Gegneraufkommen glänzt das Spiel. Wird man von zahlreichen Feinden unter Beschuss genommen, landen Granaten überall in der Nähe und fliegen dem Spieler Raketen, feine Rauchstreifen in der Luft hinterlassend, um die Ohren, steigt der Herzschlag unweigerlich.
Trotz all dieser tollen Eindrücke, hat MoH: Airborne manchmal auch einen bitteren Geschmack hinterlassen. Die KI lässt die Gegner und Kameraden zwar Schutz hinter Kisten oder Panzersperren suchen und bei Beschuss wechseln auch beide Parteien ihre Position, dies wirkt aber meistens sehr willkürlich und ziellos. Es kommt auch vor, dass Gegner bei Beschuss nicht reagieren oder aus einem Bunker, in den wir gerade eine Granate geworfen haben, hinaus sprinten und sich gleich vor unserer Nase an die Wand drücken. Eine gute Deckung haben sie so jedenfalls nicht, denn dazu müsste man bekanntlich auf der anderen Seite der Wand sein... Auch wenn das Spiel speziell in Situationen mit vielen Gegnern seine Stärke zeigt, gibt es Momente wo es des Guten zu viel wird. Falls man einmal stirbt, startet man fast immer wieder aus der Luft und es kommt vor, dass man bereits vor der Landung beschossen wird. Zudem kehren bereits getötete Feinde nach einem Respawn stets an der selben Stelle wieder und speziell bei Scharfschützen, welche rund um eine Landezone stationiert sind und den Spieler umgehend von allen Seiten unter Beschuss nehmen, kann dies zu dezentem Zähneknirschen führen. Ein offenes SchlachtfeldDie Levels in MoH: Airborne sind sehr weitläufig und überzeugen vor allem durch ihre Offenheit. Durch das Anfliegen mit dem Fallschirm gibt es eigentlich keine Stelle, an die man nicht hingelangen könnte, was immer neue Optionen und Herangehensweisen eröffnet. Die Umgebungen und das Panorama sind gut in Szene gesetzt, nur leider ist die Levelarchitektur sehr bedingt zerstörbar und wirkt dementsprechend oft etwas leblos. Trotzdem kommt vielerorts genug Atmosphäre durch brennende Objekte, herabstürzende Flieger, anhaltendes Flak-Feuer oder stetig herabsinkende Fallschirmtruppen auf. Die Weitläufigkeit der Levels entpuppt sich jedoch manchmal als zweischneidiges Schwert und man hat Mühe zum nächsten, wenn auch klar markierten, Missionsziel zu finden und muss einige Suchmärsche in Kauf nehmen, bis man den weiteren Weg gefunden hat.
Auf dem Weg zur letzten Mission begegnet man verschiedensten Gegnern und man trifft auch einige Supersoldaten an, bewaffnet mit schwerem MG oder Panzerschreck. Je nach Typ benötigt man mehrere Treffer zur Eliminierung und es kommt auch mal vor, dass einem sämtlicher Lebenssaft aufgrund zahlreicher Elite-Sturmsoldaten abhanden kommt. Die Lebensanzeige besteht aus vier Kästchen, welche sich jeweils nach einer kurzen Zeit in der man keinen Schaden genommen hat, wieder einzeln auffüllen. Um diese ganzheitlich zu regenerieren bedient man sich herumliegender Medi-Packs. Trotz allem, geht das Spiel gut voran und man findet zu gegebener Zeit den Weg zum nächsten Ort oder Ziel. MultiplayerEine kleine Kritik vornweg: im Multiplayer Part von MOHA ist keine LAN-Funktion enthalten. Wir können also nur über das EA-eigene Netzwerk spielen. Dies setzt einen Account voraus. In Medal of Honor Airborne gibt es drei unterschiedliche Multiplayer-Modi. Im 'Airborne Teammatch' müssen die Achsenmächte die vom Himmel 'fallenden' Alliierten zurückschlagen. Das Team mit den meisten Frags am Ende einer bestimmbaren Zeitspanne entscheidet das Spiel für sich. Ähnlich ist auch der zweite Modus 'Regular Teammatch', bei dem die Alliierten auf dem Boden spawnen, statt aus dem Flugzeug zu springen. Aufgrund der mangelnden Server sind wir leider nicht dazu gekommen, diesen Modus zu testen, da ihn keiner der 10 offenen Server aktiviert hatte. Der dritte Multiplayer-Modus ist auftragsbasiert. Beide Teams müssen 3 Flaggen erobern (ähnlich wie in Battlefield 2), wobei die mittlere der drei Flaggen jeweils zwei Soldaten braucht um diese zu erobern. Das Team welches die meisten Flaggen für die längste Zeit unter Kontrolle hatte, gewinnt.
Das Teambalancing wirkte bis anhin noch etwas unausgeglichen, aufgrund der strategisch ungünstigeren Spawn-Positionen der Achsenmächte. Wie bereits angesprochen, gibt es in den ersten Tagen nach der Veröffentlichung von MOHA noch nicht genug Server, damit jeder seiner Online-Lust frönen kann. Als wir uns den Multiplayerpart näher anschauen wollten, fanden wir gerade nur 10 Dedizierte Server und diese waren meistens voll oder passwortgeschützt. Wer also mit MoH: Airborne auf eine kleine Runde zwischendurch hofft, wird hier enttäuscht. Abhilfe soll hier der Patch 1.1 bringen, der auch für die Clients eine Dedizierte Version anbieten wird. Grafik und SoundSämtliche Cutscenes in MoH: Airborne sind in Spielegrafik und dafür macht das Spiel wirklich einen guten Job. Explosionen und das Mündungsfeuer schwerer Waffen sehen super aus. Kommt man aus einem dunklen Bunker in die Nähe eines von der Sonne beschienenen Ausgangs, ist es wunderschön anzusehen wie sich die Warnehmung des virtuellen, noch an die Dunkelheit gewöhnten Auges, verändert. Die Kulisse rund um das Kampfgeschehen wirkt ebenfalls passend und aufsteigende Rauchsäulen am Horizont ergänzen die schöne Szenerie. Einzig einige Clippingfehler, welche zur Deformation oder dem Hängenbleiben von getroffenen Gegner führen, und die Überbelichtung bestimmter Stellen und Elemente trüben das ansonsten grafisch imposante Bild.
Von der musikalischen Seite her ist MoH: Airborne, wie schon die meisten Vorgänger, spitzenklasse. Rufe werden der Umgebung entsprechend korrekt wiedergegeben und des öfteren kommt allein durch die Musik eine tolle Stimmung auf. Einige wenige Waffen mögen etwas hohl oder blechern klingen, aber dies fällt dank ansonsten grandioser Sound-Effekte nicht weiter ins Gewicht. Selten trägt der Sound in einem Spiel einen dermassen grossen Teil zum Spielerlebnis bei. Im grossen und ganzen überzeugt MoH: Airborne grafisch und vor allem musikalisch. EB
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