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Ace Combat

Fires of Liberation

01.12.2007
Manche Dinge kann man fast nicht beschreiben, man muss sie selbst erlebt oder gesehen haben. Ähnliches gilt für Ace Combat 6: Fires of Liberation, die neue Arcade-Flugsimulation aus dem Hause Namco, die mit einer überragenden Optik daher kommt und für offene Münder sorgt. "Das ist doch kein Spiel" ist einer der Kommentare, der vielen Beobachtern zuerst über die Lippen geht. Ist es aber doch - und was für eines sogar! Dass der sechste Teil der Serie aber noch viel mehr zu bieten hat als eine phänomenale Aussicht aus dem Cockpit, können sogar Fluganfänger von der ersten Minute an selbst erleben.

 

Verantwortlich dafür ist das unheimlich intuitive und zugängliche Gameplay, das auch Neueinsteigern schnelle Erfolge garantiert, ohne zu unterfordern. Schon die Standard-Steuerung von Ace Combat 6 (AC6) verhilft euch zu einem absolut sattelfesten Handling der Kampfjets, bei dem man kaum etwas falsch machen kann. Mit nur wenigen Handgriffen beherrscht man die Düsenjäger und Bomber im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch und wird zudem in ausgiebigen Tutorials mit allen Funktionen der Düsenjäger vertraut gemacht. Obwohl die japanischen Entwickler sogar einige rudimentäre Grundzüge der Flugphysik eingebaut haben und es durchaus mal zum, unter Piloten gefürchteten, Strömungsabriss kommt, sind diese Situationen nur selten unbeherrschbar - ja man kann Abstürze in den Optionen sogar gänzlich deaktivieren. Das wird Simulations-Puristen zwar nicht gefallen, doch diese werden an AC6 vermutlich ohnehin wenig Freude haben, dazu ist das Spielgeschehen viel zu sehr auf Action ausgelegt. Stundenlange Start- Flug und Landephasen sucht man hier nämlich glücklicherweise vergeblich.

 

Doch wem selbst die Standard-Steuerung noch zu komplex ist, kann sogar auf eine noch einfachere Anfänger-Option zurückgreifen, die das Gameplay dann aber wirklich kinderleicht, um nicht zu sagen idiotensicher, macht. Wie auch immer man sich entscheidet, wenn ihr euch erstmals mit dem Flieger in luftige Höhen begebt erwartet euch Zweierlei: Erstens actiongeladene Luftkämpfe ohne Ende und zweitens eine prachtvolle Aussicht, von der man sich kaum lösen möchte. Gebannt starrt man aus der Verfolgersicht auf die unglaublich detaillierte Landschaft, hochaufgelöste Berge, Seen, Felder (was übrigens alles auf Original-Satellitendaten basiert) und hat das Gefühl reales Filmmaterial zu begutachten. Wenn dann noch die Sonne aus der Ferne mit ihren Strahlen die hochdetaillierten Flugzeugmodelle umspielt möchte man am liebsten stundenlang durch die Lüfte fliegen und das Ambiente genießen - bis man auf die ersten Feindformationen stößt und mit seiner Rotte zum Angriff übergeht.

 

Dann aber geht’s ab und man hat kaum noch Zeit, sich der wunderschönen Umgebung zu widmen. Die Missionen sind, wie von der Ace Combat-Serie gewohnt, in der Regel mehrstufig aufgebaut und bieten neben Hauptaufträgen auch immer einige Nebenaufgaben, die jedoch meist optionaler Natur sind. Wer sich dafür entscheidet die zweitrangingen Ziele anzugehen, kann aber nicht nur zusätzliche Credits für seine späteren Einkäufe von Flugzeugen und verschiedenen Waffensystemen einheimsen, sondern auch den Weg zur Feindesbasis oder dem Endgegner erleichtern. Dazwischen jedoch liegen Luftgefechte mit teilweise hunderten von Gegnern die nichts anderes im Sinn haben, als euch vom Himmel zu pusten. Ob es sich dabei um feindliche Jets handelt, Flugabwehrstellungen oder spezielle Geschwader und fliegende Festungen, über eine mangelnde Menge Action wird sich bei AC6 keiner beschweren können.

 

Gelegentlich übertreiben es die Gamedesigner sogar ein wenig, wenn etwa die Luftschlachten mit so vielen feindlichen und befreundeten Einheiten gefüllt sind, dass sie schon ins chaotische abdriften und man sogar Gefahr läuft, die Übersicht zu verlieren. Doch entweder verschafft man sich in kritischen Momenten mithilfe einer der vielen Spezialwaffen Luft, die man vor Missionsbeginn auswählt und damit beispielsweise gleich vier Gegner gleichzeitig vom Himmel holt, oder man aktiviert per Knopfdruck die Zielverfolgung und heftet sich auf diese Weise an sein Ziel. Gelegenheiten zum Verschnaufen erhaltet ihr, wenn die Story mit langen Zwischensequenzen vorangetrieben wird. Doch leider sind die Filmchen zu belanglos und oft auch langatmig ausgefallen, sodass sich keine wirkliche emotionale Bindung zu den tragischen Entwicklungen ergibt.

 

Da das Gameplay der Singleplayer-Kampagne für Veteranen der Serie im Grunde nichts Neues bietet erwartet euch im Multiplayer-Modus mit einigen Online Features eine völlige Neuerung. Erstmals tretet ihr Online gegen menschliche Kombattanten an und erlebt dabei spannende Luftschlachten mit bis zu 16 Kampfpiloten. Zur Verfügung stehen dabei nicht nur Deathmatch und Team-Play-Optionen, sondern auch ein Koop-Modus für bis zu vier Spieler in dem einige Missionen (und leider nicht die gesamte Kampagne) gezockt werden können. Da menschliche Gegner viel gewitzter vorgehen als die KI-Piloten und deutlicher weniger Fehler verzeihen, entstehen abwechslungsreiche und spannende Gefechte, die lange Zeit motivieren.
MS
 
 
Fazit
Wer auch nur ein bisschen Interesse an Flugsimulationen hat muss Ace Combat 6 definitiv anchecken. Was hier hinsichtlich optischer Leckerbissen mit tollen, nahezu fotorealistischen Landschaften und hochdetaillierten Flugzeugmodellen geboten wird, ist schon phänomenal. Addiert man noch die höchst intuitive, anfängerfreundliche Steuerung, actiongeladene Luftschlachten ohne Ende und das trotzdem fordernde, teileweise taktische Gameplay, entpuppt sich ein absolut gelungener Next-Generation-Titel. Dem man ob all dieser positiven Aspekte sogar die etwas langatmigen Zwischensequenzen und die geringe Zahl an Innovationen verzeiht. Denn dies wird durch den erstmals vorhandenen Online-Modus mehr als nur wieder wett gemacht.
Infobox
Hersteller Namco Bandai Anzahl Spieler 1-16
Herausgeber Atari Empfohlenes Alter 12+
Genre Simulation http://www.acecombat.eu/