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The Elder Scrolls 4: OblivionSpiel des Jahres Edition
11.12.2007
Grösser, besser, Oblivion! Zu guter Letzt erscheint nun die Spiel des Jahres Edition von Oblivion auch für die PS3 und wir wollten wissen, wie sich das bahnbrechende Rollenspiel auf Sonys Glanzstück spielt. Eines wird schon zu Beginn ersichtlich: Egal auf welchem System, Oblivion lässt nahezu keine Wünsche offen.
Gigantisch. Anders kann man Oblivion nicht beschreiben. Eine wunderschöne, weitläufige Welt, wo der Tag in einem stimmungsvollen Sonnenuntergang in die Nacht übergeht. Neun Städte, alle mit einer eigenen Architektur, einzigartigen Charaktermodellen, Schänken, Geschäften und vielen Quests, die für Langzeitmotivation sorgen. Schätze, Waffen, Rüstungen und Lehrbücher, die über die ganze Welt verstreut in dunklen Höhlen, hölzernen Truhen und gespenstischen Ruinen darauf warten, gefunden zu werden. Geht mit eurem bis ins kleinste Detail selbst kreierten Krieger auf eine unvergessliche Reise.
Ihr müsst lernen. Ihr müsst sogar sehr viel lernen. Bis man alle Möglichkeiten und Optionen versteht und zu nutzen weiss, vergehen gerne mehrere Stunden. Nicht dass man hundert Stunden braucht, um sich halbwegs zurecht zu finden, doch eine gewisse Einspielzeit ist bitter nötig, insbesondere dann, wenn man keine Vorgänger aus der Elder Scrolls-Reihe gespielt hat. Anfänglich ist man ob dem gewaltigen Ausmass des Spiels doch etwas überfordert. Ob ihr zu Fuss, zu Pferd oder mit der Schnellreise-Option Distanzen überbrückt, liegt ganz bei euch. Jedoch wirkt sich nahezu jede Bewegung und Aktion auf die Werte und Attribute eures Recken aus.
Lauft ihr über offene Wiesen und Täler, leuchten andauernd die Bezeichnungen der unzähligen Pflanzen in eurem Blickfeld auf, die ihr pflücken und zu zahlreichen verschiedenen Tränken verarbeiten könnt. Das Laufen verschafft euch Attributspunkte, die sich auf eure Athletik auswirken, und bald lauft ihr schneller und ausdauernder. Hüpft ihr noch ein wenig in der Gegend herum, werdet ihr zu einem richtigen Akrobaten, springt tiefe Abgründe hinunter, ohne mit der Wimper zu zucken, oder später sogar über die Oberfläche von Gewässern. Begegnet ihr einem Bären, Wolf oder sogar einem Troll, wirkt sich jeder Schwert- oder Axtstreich und jede herzhaft ausgeteilte Faust auf eure Schwertkampf-, stumpfe Waffen- oder Faustkampffertigkeit aus. So verhält es sich auch im variantenreichen Gespräch mit NPCs, der Verwendung von Magie oder beim Knacken von Schlössern. Egal was ihr tut, wie ihr es tut oder wo ihr es tut, alles hat seine Auswirkung auf eure Werte, das Verhalten von Bürgern und Stadtwachen und nicht zuletzt auf den Verlauf des Spiels.
Ihr könnt frei entscheiden, wie und wann ihr welche Quests angehen wollt. Die Hauptquest nimmt einige Stunden in Anspruch, macht jedoch nur einen Bruchteil des Spiels aus. Da die 'Spiel des Jahres Edition' auch die beiden Erweiterungen 'Ritter der Neun' und die 'Zitternden Inseln' enthält, kommt so ziemlich jeder auf seine Kosten, der auf der Suche nach spannenden Abenteuern oder Aufgaben ist. In die 'Ritter der Neun' begebt ihr euch auf eine Art Gralsmission und verschafft euch eine stattliche, einzigartige Rüstung. Die 'Zitternden Inseln' spielt in einer eigenen, ziemlich verrückten Dimension, wo vor allem Sammler aufgrund neuer Waffentypen, Pflanzen und Gegenstände auf ihre Kosten kommen.
Oblivion kennt keine verschlossenen Türen. Ihr könnt euch praktisch überall hin begeben, jederzeit in ein Dungeon am Wegrand eindringen oder sogar in Bereiche schleichen, wo ihr eigentlich keinen Zutritt habt. Ob bei einer Quest oder einfach nur aus einer verbrecherischen Laune heraus, brecht ihr in Häuser wohlhabender Kaufleute ein, am besten dann, wenn gerade keine Wache hinschaut. Der Sammeltrieb wird ungeheuerlich geschürt, und bald bricht man in sämtliche Häuser ein, bloss um eine Besonderheit wie einen telekinetischen Stab, einen seltenen Wein, Edelsteine oder sogar ein wenig Bares zu ergattern. Aber Vorsicht! Wenn die Stadtwache alarmiert wird oder diese euch erwischt, wandert ihr entweder in den Knast oder bezahlt Buss- bzw. Fersengeld. Entscheidet ihr euch für letzteres, führt ihr ab sofort ein Leben im Untergrund und solltet euch nicht in der Öffentlichtkeit blicken lassen, wollt ihr nicht erwischt werden.
Habt ihr vom Weglaufen die Nase voll, wird natürlich gehauen und gestochen. Das Kampfsystem ist anspornend und hat taktische Komponenten. Verfügt ihr über einen Schild, blockt ihr mit dem richtigen Timing Schläge ab. Hier empfiehlt sich die Egoperspektive, da die Kämpfe erstens aufregender und zweitens besser zu handhaben sind. Habt ihr einige Erfahrungen gesammelt, lernt ihr neue Techniken. Stosst eure Gegner mit dem Schild zurück oder haut dermassen kräftig zu, dass euch eure Gegner unweigerlich eine Blösse bieten. Die unglaublich vielen Zauber sind schon schwieriger einzusetzen, da ihr beim Wirken genau zielen müsst, um den Gegner im entscheidenden Moment zu erwischen.
Mit dem nötigen Talent könnt ihr später eure Waffen selbst reparieren, modifizieren und aufwerten. Ausserdem könnt ihr auch eigene Zauber erschaffen. Verpasst eurer frisch aufgemotzten Klinge oder eurem neuen, todbringenden Spruch noch einen verheissungsvollen Namen und stürzt euch in die nächste Horde Goblins, um eurem Werk zu frönen. Es müssen nicht unbedingt Goblins sein, da gibt es auch heuschreckenartige Rieseninsekten, Minotauren, Banditen, Berglöwen und und und... Gerade die mit der Hauptquest zusammenhängenden Tore zu den dämonischen Ebenen von Oblivion laden zum Kampf mit gemeinen Dämonenfürsten und Spinnen- und Elementarwesen zwischen Lava, verkohltem Stein und riesigen Türmen in düsterer Umgebung ein.
Oblivion legte die Messlatte für kommende Rollenspiele höher, nicht zuletzt auch in grafischen Belangen. Der stimmige Tag- und Nachtwechsel, die ungehinderte Weitsicht, die verschiedenen Wetterbedingungen und die auf ganzer Linie überzeugende Flora und Fauna versetzen den Spieler in Staunen. Sanft wiegen die Pflanzen und die Äste der Bäume im Wind, die Umgebung spiegelt sich auf der Oberfläche von Seen wieder, Zauber lassen eure Gegner aufleuchten oder kurzzeitig Flammen fangen. Die Melodien, die euch bei einem langen Ritt, einem Gefecht oder dem Durchforsten eines bedrückenden Dungeons begleiten, entsprechen immer der momentanen Lage und Situation. Einmal wird das Ohr mit eingängigen und gemütlichen Tönen verwöhnt und ein andermal ist die Musik treibend, fesselnd und nervenaufreibend.
EB
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