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Imperium Romanum

25.02.2008
„Und hier, meine Damen und Herren, stehen wir vor dem nächsten Stück unserer wertvollen Sammlung. Diese Tonscherbe wurde bei den Ausgrabungen vor 2 Jahren in Italien, in der Nähe von Rom.......“ Oh Mann – ich kann dieser alten Schrulle nicht mehr zuhören. Museumsbesuche sind ja ganz interessant, aber was die hier von sich sabbelt. Das nervt. Mein eigener Geschichtsunterricht ist spannender. Ich zocke nämlich Imperium Romanum.

 

Freitags mag ich es immer etwas ruhiger angehen. Ist ja klar – man muss sich aufs Wochenende einstimmen. Da kommt mir doch ein Aufbaustrategiespiel gerade recht. Imperium Romanum nennt sich das gute Stück und steckt euch in die Rolle eines Stadthalters. Und der hats ganz schön anstrengend. Die Bedürfnisse der Siedelnden wollen nämlich erfüllt sein. Und das braucht ganz viel Nerven.

 

Denn die Bürger in Imperium Romanum sind genau so wie der geneigte Computer- oder Konsolenspieler. Nie zufrieden. Gibt man ihnen ein Theater, wollen sie mehr Wein. Gibt man ihnen mehr Wein, wollen sie mehr Tempel zum Beten. Gibt man ihnen gar nichts, werden sie aufständisch. Es ist sogar so weit gekommen, dass ein Wort wie „Sauvolk“ über meine Lippen gekrochen ist, als ich das Spiel getestet habe. Und was, wenn der Pöbel endlich befriedigt ist? Dann auf zur nächsten Mission der Kampagne, oder ihr startet ein eigenes Szenario.

 

Auch wenn die Aufträge in den Kampagnen nicht gerade anspruchsvoll sind, das Auftragssystem von Imperium Romanum ist gut gelungen. Über sogenannte „Auftragstafeln“ - durch stilechte Nachrichten in Steintafeln dargestellt – nehmt ihr eure Aufträge an. Mal müsst ihr eine Armee aufstellen, welche die Barbaren (die lustigerweise immer in den gleichen schnukeligen Dörfchen hausen) aus den Gebiet vertreibt, mal müsst ihr einfach nur einen Circus Maximus errichten. Gelegentlich könnt ihr Aufträge auch „verwerfen“ wenn ihr keine Lust habt etwas zu erledigen, ähnlich wie Sidequests oder Sekundärmissionen.

 

Alles in allem bietet Imperium Romanum aber nicht so viel, wie ein SimCity oder ein Populus. Sobald man den Dreh raus hat, levelt man seine Stadt einfach bis Level 6 hoch und das wars dann. Die Kampagne ist relativ schnell durchgespielt und die eigenen Szenarien sind für einen Aufbaustrategen keine Herausforderung. Für Geschichtsinteressierte ist der History-Modus empfehlenswert. Darin bestreitet ihr Missionen, die auf authentischen Begebenheiten und Schauplätzen basieren. Den Geschichtsunterricht ersetzt das Programm aber nicht.

 

Dafür ist das Spiel grafisch auf höchsten Niveau und kann locker mit Titeln wie World in Conflict mithalten. Kleine Details wie Fussspuren fehlen zwar, trotzdem sieht es toll aus, wenn ihr die frei positionierbare Kamera über euer Forum schwenkt und dabei den Sonnenuntergang beobachtet.
EB
 
 
Conclusion
Für das Aufbauspiel zwischendurch mag Imperium Romanum gelungen sein. Für Aufbaustrategen bietet das Programm aber eindeutig zu wenig. Genre-Fremde dürfen aber einen Blick riskieren, denn Imperium Romanum ist eine gute Möglichkeit, sich einen Einblick in das spannende Genre zu verschaffen.
Infobox
Developer Haemimont Number of Players 1
Publisher Kalypso Recommended Age 7+
Genre Strategy http://www.imperium-game.com/