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Dualshock 3

Controller

25.04.2008
Für viele ist der PlayStation-Controller der Inbegriff eines Videogame-Pads. Eine übersichtliche Anordung der Tasten, ein handliches Design und die robuste Verarbeitung machten den PlayStation-Controller schon in seiner ersten Ausführung zur bevorzugten Peripherie vieler Videospieler. Nun ist der Dualshock 3, frisch aus Japan, bei uns eingetroffen und wir haben das schicke, weisse Teil einem Härtetest unterzogen und gleich noch die Vorgänger ins Feld geführt.

 

Irgendwie sieht das Ding noch immer so aus wie vor über zehn Jahren. Naja, nicht ganz, ein bisschen wurde über die Jahre schon herumoperiert. Den grössten aber auch nützlichsten Eingriff wagte man mit der Einführung des Dual-Analog-Pads, welches mit zwei Analogsticks inkl. Einbuchtungen für den Daumen ausgestattet war. Zudem verfügte das Analog-Pad über längere Griffe, was insbesondere Spielern mit grossen Händen zusagte. Durch Drücken eines zentralen Knopfs, konnte man die Analog-Stick-Steuerung ein- oder ausschalten. Die Sensation folgte wenig später, als der erste Dualshock auf den Markt kam.

 

Der Dualshock sorgte durch seine Vibrationen für ein intensives und neuartiges Spielerlebnis. Nur wenige Videospieler konnten sich dem Reiz eines rüttelnden Controllers entziehen. Entsprechend oft wechselte der Dualshock seinen Besitzer. Im Schlepptau der PS2 folgte dann der Dualshock 2. Im Grunde nichts anderes als der Erstling der Dualshock-Reihe, dafür in glänzendem schwarz zu haben und mit Drucksensoren für die Analog-Sticks ausgestattet. Als dann die PS3 angekündigt wurde und die ersten Liebäugler davon Wind bekamen, dass der neue Controller ohne Rumble-Funktion daherkommen soll, traute man weder Ohren, Augen noch Gleichgesinnten. Dummerweise hatte sich Sony in einen Rechtsstreit um die von „Immersion“stammende Rumble-Technologie verwickelt und die PS3 musste erst mal ohne Gerüttel auskommen. Ich war beim Auspacken meiner PS3 wirklich gerührt, hätte es aber doch lieber geschüttelt gehabt...

 

Was solls! Der Streit ist beigelegt, Schadenersatz bezahlt und der Dualshock 3 ist in den Vereinigten Staaten und in Japan, bereits im November 2007, auf den Markt gekommen. In Europa wird man wohl oder übel noch bis nächsten Monat warten müssen, ein genauer Termin steht nach wie vor aus. Ein bisschen hintergangen fühlt sich der frühzeitige PS3-Käufer aber trotzdem, bedenkt man dass der Dualshock 3 nicht gerade ein Schnäppchen ist und zukünftig mit der PS3 ausgeliefert werden soll. Unser japanischer Import-Dualshock 3 in „Ceramic White“ ist auf jeden Fall ein Blickfang, aber er ist ja nicht bloss zum Anschauen da. Der Gute soll nicht nur, nein, er will angefasst werden!

 

Der Dualshock 3 wiegt 194g und ist damit exakt 70g schwerer als der SIXAXIS-Controller. Sogar der Dualshock 2 mischt in einer tieferen Gewichtsklasse mit. Schade aber Sony-typisch, ist der Umstand, dass der Dualshock 2 beim Anschluss an die PS3 mit einem Adapter, nicht einen Wank macht. Damit ist ein Kauf der neuen Version für Rüttel-Fanatiker unumgänglich. Die Verarbeitung und Ausstattung ist dieselbe wie beim SIXAXIS-Controller. Eine PS-Taste in der Mitte des Pads, L2- und R2-Tasten mit längeren Druckwegen und eine LED-Anzeige welche die Controller-Zuweisung anzeigt. Neu ist der, ach so tolle, „DUALSHOCK 3“-Schriftzug, der den „SIXAXIS“-Aufdruck um eine Stufe nach unten verbannt. Ebenfalls neu, die wahnwitzigen Motoren im Innern, um die es hier schliesslich geht.

 

Bei unserem Rüttel-Showdown haben es das hirnlose „Pain“, der Drecksspatz „Motorstorm“, das cineastische „Heavenly Sword“, der Überflieger „Warhawk“, das bestialische „Resistance: Fall of Man“ und der Paradiesvogel „Burnout Paradise“ in die Endrunde geschafft. Bei „Pain“ hätte man die Rumble-Funktion eigentlich weglassen können. Die Vibration ist schwach und eintönig und wird damit dem destruktiven und schmerzhaften Vollkontakt-Gameplay nicht gerecht. Da siehts bei „Resistance: Fall of Man“ schon etwas besser aus. Mässiges Rütteln bei der Abgabe von Schüssen, realitätsnahe Vibrationen beim Einstecken von Treffern und minimale Rückmeldung bei Nahkampfangriffen. Explosionen in der Nähe kommen auch entsprechend rüber, jedoch nicht so gut wie bei „Warhawk“. Hier spürt man im Flieger sogar den Boost unter dem Hintern. Springt ihr einen hohen Vorsprung hinunter oder bekommt ihr eine geballte Ladung ab, reagiert der Dualshock 3 wie er sollte. Fliegen die Fetzen in unmittelbarer Nähe oder malt ein Verbündeter neben euch mit der Flab-Kanone den Himmel aus, heisst es festhalten. Hier geben die eingebauten Rotations-Motoren Vollgas und sogar die Waffen geben ein variantenreiches Feedback. Bei „Heavenly Sword“ hätte sich auch „Resistance: Fall of Man“ eine saftige Scheibe abschneiden können. Sogar in den Zwischensequenzen gibts kleinere Beben. Dafür merkt man nur eine schwache Rückmeldung bei ersten Angriffen, eine Mittlere beim Blocken und eine Heftigere wenn man etwas abkriegt. Schmettert man einen Gegner via Quick-Time-Sequenz zu Boden, gehts dann richtig zur Sache. Für alle Raser heisst es aufatmen. Egal ob „Motorstorm“ oder „Burnout Paradise“, man kommt auf seine Kosten. Bei Motorstorm „fühlt“ man sogar den Untergrund auf dem man gerade dahinrast. Ausserdem bemerkt man wie der Dualshock 3 verschieden intensiv reagiert und sogar welche Achse gerade stärker beansprucht wird. Nur bei haarsträubenden Unfällen fällt das Gerüttel etwas schwach aus. „Burnout Paradise“ hingegen lässt Details wie eine Rückmeldung beim Motorstart oder Boost vermissen. Meist wird der selbe Rüttler ausgesendet, streift man einen Wagen oder fährt man ein Schild tot. Umso beeindruckender sind da die Kollisionen. Man merkt nicht nur wie sich der Dualshock 3 mit unterschiedlicher Intensität ins Zeug legt, die Vibrationen sind auch nachvollziehbar. Ein staker Stoss beim Aufprall, zwei kurze, intensive und schleppende Vibrationen als der Wagen zuerst wuchtig auf das Dach und dann seitlich auf dem Asphalt aufschlägt und zu guter letzt noch ein abschliessender Knaller, wenn die unfreiwillige Reise an einer Mauer endet.
EB
 
 
Fazit
Der Dualshock 3 erreicht nicht die erdbebenähnliche Intensität eine XBOX 360-Contollers, macht seine Arbeit aber trotzdem gut. Im Endefekt hängt es von den Entwicklern ab, wie gut und gezielt die Vibrationen mit ihrem Spiel übereinstimmen und beim Spieler ankommen. Da man sich rüttelnde Controller nun schon Jahre gewöhnt ist, vergisst man die Vibrationen jedoch so schnell wieder, wie man auch vergessen hat, das der SIXAXIS eben keine Vibrationen aussendet. Sicherlich eine lohnende Investition für intensivere Ballereien und Rasereien aber kein Muss.
Infobox
Hersteller Sony Anzahl Spieler -
Herausgeber Sony Empfohlenes Alter -
Genre - www.us.playstation.com/ps3/about/controller/