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Age of Conan

Hyborian Adventures

02.06.2008
Ein rauher Wind aus den westlich liegenden, schneebedeckten Bergen weht Naglfar um die Ohren. Strom, der üble Stadthalter aus Tortage ist tot und Naglfar somit kein Sklave mehr. Sein Kampf für die eigene Freiheit hinterliess eine Spur des Blutes und des Schmerzes in der Piratenstadt. Doch das war es wert. Noch einmal blickt Naglfar über die Ballistrade der Siedlung im Conall-Tal, zurrt sein Schwert fest und begiebt sich in die Wildnis. Die Vanir sollen endlich das bekommen, was sie verdient haben.

 

Age of Conan - Hyborian Adventures. Das hyborische Zeitalter aus der Feder von Robert E. Howard lebt mehr denn je. Zum Start des MMORPGS aus dem Hause Funcom haben sich über 400'000 Spieler auf den Servern eingefunden, die allesamt das Selbe wollen. Nämlich ihren Helden, aus dem Volke der Aquillonier, der Stygier oder der Cimmerier so schnell wie möglich auf Level 80 bringen. Ich habe mich für euch knapp eine Woche mit Age of Conan (AoC) befasst und möchte euch meine Erlebnisse hier präsentieren. Zwar bin ich kein MMORPG-Profi, für das hab ich überhaupt keine Zeit, aber mit World of Warcraft und der Herr der Ringe Online hab ich mich trotzdem etwa ein Jahr lang beschäftigt. Gewisse Vorkenntnisse im Umgang mit einem MMORPG bring auch ich mit.

 

Das ganze hier - um es gleich vornweg zu nehmen - ist eher ein Erlebnisbericht als ein "normales" Review. Das hat mitunter mehrere Gründe. Zum einen passt es gut zu einem MMORPG und zum anderen kann man die Erlebnisse in Age of Conan nicht besser schildern. Unter anderem weil das mitgelieferte Handbuch zu Age of Conan mehr schlecht als recht ist, was gewisse Überraschungen und Frustmomente im anfänglichen Spielverlauf mit sich bringt. Man könnte ja darüber hinwegsehen, wenn die Ingame-Hilfe etwas übersichtlicher und informativer gestaltet wäre, aber auch hier - Fehlanzeige. Age of Conan ist ganz klar an eine eingeschränktere Zielgruppe gerichtet, als ein World of Warcraft oder ein der Herr der Ringe Online. Nämlich an Erwachsene Conan-Fans, die bereits Vorkenntnisse mit MMORPGs haben. AoC ist weder einsteigerfreundlich, noch geht das Programm zimperlich zur Sache. Harte Flüche, Schäferstündchen mit Frauen und abgetrennte Körperteile gehören zum Alltag in Hyboria.

 

Freitag, 23. Mai 2008 - der erste Tag
Die Händler haben mir den Client zum Glück schon einige Tage vor Server-Launch zugeschickt, so dass ich heute nichts anderes tun musste, als das Symbol auf dem Desktop anzuklicken - man ist ja umsichtig und installiert das Ding schon etwas früher. Der Launcher erweist sich als Genre typisch. Server-Informationen und Nachrichten direkt aus den Funcom Büros zieren die Infobox. Ist auch nötig, denn das Erste was Age of Conan macht, ist ein Update. Zwar nicht sonderlich gross, aber trotzdem. Das fällt aber in keinster Weise negativ ins Gewicht. Es zeigt eher, dass die Jungs von Funcom keinen Tag verstreichen lassen, ohne an Age of Conan zu Arbeiten. Schön! Nach knapp 2 Minuten ist der 30 MB-Patch auch schon installiert und es kann losgehen.

 

Nach dem fantastischen, wenn auch brutalen, Render-Intro, logge ich mich ein, und wähle erstmal einen Realm aus. Ich hab mich für einen RP-Server entschieden, da mir die Atmosphäre in einem MMORPG relativ wichtig ist. Nun präsentiert sich mir ein extrem detailverliebtes Charakter-Erstellungs-Interface. Die Auswahl der Rasse (Aquillonier, Cimmerier oder Stygier) entscheidet lediglich darüber, welche Klassen ich Spielen kann und in welche Stadt ich nach dem erreichen von Level 20 als erstes bereise. Da mich Conans-Königreich am meisten reizt, entscheide ich mich für einen Aquillonier. Als Klasse wähle ich einen dunklen Templer. Der erscheint mir nach der Beschreibung, als die perfekte Wahl für den Einzelkämpfer, da ich ehemalige Vorgesetzte, die ich inzwischen doch als private Freunde einstufe, nicht sofort davon überzeugen konnte, sich mir im Kampf anzuschliessen und World of Warcraft erst einmal zur Seite zu legen. Na dann - zieh ich halt eben alleine los! Neben einer umfangreichen Körpermodellierung ist es in Age of Conan sogar möglich, eines von mehreren Stimmsets auszuwählen, welche die barbarischen Ausrufe und Schreie meines Avatars erklingen lassen. Nettes Detail. Und - ach wie schön - sogar ein Bockbärtchen kann ich meinem Charakter hinkleben. So sieht er mir doch schon relativ ähnlich. Noch den passenden Namen gewählt und per Druck auf "Charakter erstellen" beginnt meine Reise.

 

Ich, oder besser mein alter Ego Naglfar, wird am Strand der Piraten-Insel Tortage angespült, nachdem sein Schiff, auf welchem er als Sklave arbeitete, gekenntert ist. Ein stattlicher alter Herr klärt mich erstmal über meine aktuelle Situation auf. Nach einem kurzen Dialog werd ich auch schon ins Gameplay geworfen. Und dabei fällt eines gleich schwer ins Gewicht. Die Grafik. Den "Wow"-Effekt hat AoC gut hingekreigt. Ich kann mich noch erinnern, dass schon "der Herr der Ringe Online" diesen Effekt hatte. AoC sieht trotzdem einen Tick besser aus. Mit einer Holzplanke in der Hand gillt es nun im neuartigen Kampfsystem von Age of Conan die ersten Gegner, die am Strand herumstehen, zu plätten. In der ersten Hälfte des Spiels stehen euch drei Echtzeit-Angriffsmöglichkeiten zur Verfügung. Ein Schlag auf die linke Seite, ein Überkopfschlag und ein Schlag auf die rechte Seite des Gegners, die ihr mit den Tasten 1 - 3 auslösen könnt. Dabei ist es nötig, dass ihr euch auf die Verteidigung des Gegners achtet, die in Form von drei Schilden angezeigt wird. Der Clou dabei: der Gegner kann während des Kampfes die Verteidigung ändern. Sind alle drei Schilde auf der rechten Seite des Gegners, nützt es euch nicht viel, wenn ihr ihn da attackiert, da ihr praktisch keinen Schaden verursachen werdet. Dafür ist die linke und die obere Seite des Gegners schutzlos. Ihr solltet eure Attacken nun auf diese beiden Seiten beschränken. Nach dreimaligen planlosen Kämpfen, hat sich das Echtzeit-Kampfsystem aber schon bestens etabliert und macht wahnsinnig viel Spass. Auf in die erste Aufgabe - da schreit nämlich irgendwo eine Dame.

 

Diese entpuppt sich als 'leichtes Mädchen', dass von üblen Räubern in der Gegend verschleppt worden ist. Nachdem diese alle geplättet sind, eile ich zurück zu der Dame, nur um zu erfahren, dass sie mich für die Befreiung nicht angemessen belohnen kann - zumindest im Moment nicht. Wenigstens gibts XP. Doch die erste Quest zeigt schon, wie angenehm sich Age of Conan spielt. Ist nämlich eine Aufgabe angenommen, wird auf der grossen Gebietskarte und der Minimap angezeigt, wo sich Quest-Gegner befinden, oder in welcher Umgebung Quest-Objekte zu finden sind. Dinge die in World of Worcraft noch per Addon eingefügt werden müssen, gehören bei AoC zum Standard. Angenehm! Was dafür schlecht ist; bis jetzt lässt sich jeweils nur eine Quest auf dem HUD beobachten. Das hat mir in WoW aber besser gefallen. Jetzt gilt es aber erstmal Naglfars Sklaven-Meister, der sich wortwörtlich vom sinkenden Schiff retten konnte, zu richten. Auch der wird wieder schön auf der Minimap angezeigt und ist kämpferisch keine grosse Herausforderung. Nach ein paar weiteren Quests gelange ich endlich in die erste Stadt in Age of Conan. In die Piratenstadt Tortage.

 

Und sogleich macht sich auch eine weitere MMORPG-Neuerung breit. In den Stufen bis Level 20 unterscheidet das Spiel zwischen Tag- und Nacht-Gameplay oder auch Solo- und Multiplayerspiel. Während ihr alle Quests, die ihr am Tage annehmt, auch mit anderen Mitspielern bestreiten könnt, sind die Quests in der Nacht für jeden Spieler alleine zu bestreiten. Diese Nacht-Missionen nutzt das Spiel dazu, euch einen Teil der persönlichen Story näher zu bringen, was auch wunderbar funktioniert. Alles in allem wirkt ganz Tortrage wie aus einem Guss. Aber erstmal genug für heute. Hab zwar noch nicht richtig gespielt, sondern mich mal ein bisschen mit dem System vertraut gemacht, aber das macht schon richtig Spass. Interessant war nur der Aspekt, dass sich das Spiel jedesmal beim Beenden mit einer üblen Fehlermeldung aufgehangen hat.

 

Montag, 26. Mai 2008 - der zweite Tag
Ausgeruht vom Wochenende, nach den ersten zwei Tassen Kaffee, mach ich mich mal dran, die nächsten 8 Stunden in Hyboria zu verbringen, ganz zum Neid meiner Arbeitskollegen. Aber für mich ist es nicht nur Spass, sondern richtige Arbeit. Power-Leveling sozusagen. Ich will ja so schnell wie möglich aus Tortage rauskommen. Doch als ich den Launcher starte - oh Schreck. Server-Wartungsarbeiten. Naja. Damit hätte ich eigentlich rechnen müssen. Dann lese ich mir halt mal die Patchnotes durch, um was genaueres über die Serverwartung, die nur in den offiziellen Foren ausführlich kommentiert werden, zu erfahren. Durch das verbundene System von AoC-Account und Offizielles AoC-Forum kann ich mich ja ganz fix auf der Seite einloggen. Aber hoppla. - es geht nicht. Obwohl ich gemäss meinem Account ERFOLGREICH einen Forums-Account angelegt hab, steht da, dass ich keine Berechtigung hätte, durchs Forum zu streunen. Naja - bin ich wohl unfähig gewesen. Also das Ganze nochmal. Und da steht ja auch, dass der Account erst 30 Minuten nach der Aktivierung funktionieren würde. Es wird geduldig gewartet - ich hab ja genug E-Mails, die abgearbeitet werden müssen. Nach einer Stunde und einem erneuten Versuch, bin ich der Überzeugung nahe, dass der Fehler nicht bei mir liegt, sondern am AoC-Forum-System. Denn gemäss meinen Internet-Recherchen bin ich mitunter nicht der einzige mit diesem Problem. Naja ist ja verzeihbar - ich kontaktiere da mal den Support. Und die Wartungsarbeiten sollten ja eh bald vorbei sein.

 

Eine knappe Stunde später kann ich mich wieder einloggen und meine Reise fortsetzen. Einer meiner Bekannten hat sich das Spiel jetzt doch noch zum Release geholt und sich auch schon einen Account auf dem gleichen Server angelegt. Schön - dann können wir - sofern er nicht wieder ein WoW-Date hat, heute abend zusammen zocken. Nach dem erfolgreichen Login steht Naglfar in aller Pracht da. Seine schickes neues Lederwams steht ihm einfach prächtig und das etwas kräftigere Schwert tut den Rest. Na dann - erstmal den Kollegen in der Freundesliste hinzufügen. Aber....wo ist denn der "Freund hinzufügen"-Button. Dass er kursiv in der Freundesliste ist, wenn ich mit ihm Flüstere und ich ihn dann adden kann, weiss ich ja auch, aber es gibt halt eben Leute, die können tagsüber nicht MMORPGS "Testen". Gut - schlage ich halt das Handbuch auf. Etwas was ich zwar gar nicht gern tue, vorallem nicht, wenn jeder andere Genre-Konkurrent so ein Button hat. Aber wenn ich halt zu blöd bin, den zu finden - naja. Nach einer kurzen Konsultierung des Handbuches, bin ich aber genau so schlau wie vorher. Dann frag ich halt mal meine Mitspieler. Die werdens wohl wissen. Und prompt kommt die Antwort. Es gibt momentan keine Funktion "Offline" Freunde hinzuzufügen, wenn man nicht schon mit ihnen über Chat geflüstert hat. Per /cc addbuddy NICKNAME hats dann aber funktioniert. Gut. Also weiter im Spiel. Nun da ich doch schon ein paar Levelaufstiege hinter mir habe, wird es an der Zeit mal einen Händler aufzusuchen. Denn was schon in den ersten Spielstunden gewaltig nervt, ist das überaus kleine Inventar. Da der geneigte MMO'ler sowieso aus Prinzip alles aufnimmt, um es dann zu benutzen oder zu verkaufen, können schon 2 - 3 Loots das Inventar füllen. Also auf zum Händler - alles mal verkaufen. Doch die müssen erst einmal gefunden werden. Zwar stehen ein paar Leute auf dem Marktplatz in Tortage rum, aber dass diese Händler sind, findet man erst raus, wenn man so nahe steht dass man entweder den Namen des NPC's lesen kann, oder der Mauszeiger zu einem kleinen Haufen Geld wird, wenn man über das Modell fährt. Es ist so viel nützliches auf der Karte eingezeichnet. Warum nicht auch die Händler (auf Wunsch)? Wäre eine Überlegung wert gewesen. Dafür hat Funcom dem Spiel eine ganz nützliche Funktion spendiert, die der geduldige Spieler nämlich für genau solche Hilfen nutzen kann. Ich kann per rechtsklich auf die Gebietskarte selbständig "WayPoints" anlegen und beschriften. Das gefällt mir. Da jetzt alle Fragen und Problemchen bewältigt sind, kann ich ja weiterzocken.

 

Inzwischen hab ich doch schon Stufe 9 erreicht. Wenn ich mal in einer Nacht-Mission nicht weiter komme, geh ich halt zum Wirt im "durstigen Köter" und spiele am Tag weiter. Was dabei angenehm auffällt ist, dass alle Missionen auf der Startinsel Tortage (übrigens startet ihr IMMER auf dieser Insel, egal welches Volk ihr gewählt habt) mit Sprachausgabe daherkommen. Nicht nur die Storymissionen in der Nacht, sondern alle Missionen auf Tortage. Muss eine heiden Arbeit gewesen sein, die sich aber meiner Meinung nach gelohnt hat. Es fühlt sich alles echt und natürlich an. Das Spiel hängt sich aber immer noch auf, wenn man es beendet. Hoffentlich wird das im morgigen Update gefixt. Es nervt!

 

Dienstag, 27. Mai 2008 - der dritte Tag
HA! Ich konnte mich mit der Ausrede "Muss ein MMORPG testen - das braucht seine Zeit" erfolgreich von dem strunzlangweiligen wöchentlichen Meeting drücken. Jawoll. Blöd nur dass meine Vorgsetzten auch ab und zu mal die Berichte auf der Seite hier lesen. Nun gut - sind wenigstens keine Fans von MMORPGs - da kann ich nur hoffen, dass sie Age of Conan nicht die Bohne interessiert. Und sonst: Entschuldige, Chef!

 

Langsam komme ich meinem ersten (selbst auferlegten!) Meilenstein von Level 20 immer näher und somit meinem Ziel, die Länder von Hyboria auf eigene Faust zu erkunden. Da ich es kaum erwarten kann, Tortage zu verlassen hab ich die Weltkarte mal ein bisschen genauer unter die Lupe genommen. Dabei ist mir was ganz nettes aufgefallen. Die Städte, Dungeons und Instanzen sind allesamt auf der Weltkarte verzeichnet und zeigen sogar an, für welche Level-Range sie geeignet sind. Perfekt, wenn man an den Begriff Power-Leveling denkt. Nix mit ewigen FAQs und Aussagen von Mitspielern - hier haben die Entwickler die wichtigen Infos bereits auf der Karte mitgegeben.

 

Wiederbelebt hab ich mich bei einem der gut verteilten Respawn-Punkte. Schön; pro Map gibt es nicht nur einen, sondern mehrere solcher Punkte, die auch manuell ausgewählt werden können. Das Spiel wählt euch aber standardmässig immer den Punkt aus, der eurer "Stelle des Ablebens" am nächsten ist. Das hat den Vorteil, dass ihr nicht ellenlange Wege zurücklegen müsst, wenn ihr mal ins Gras beisst. Es hat aber auch einen kleinen "schummler" Nachteil. Ihr kämpft euch den Berg hoch, zum Endgegner und habt das Questobjekt beim Boss-Drop erhalten. Statt dass ihr euch nun den ganzen langen Weg zurückkämpfen müsst, lasst ihr euch einfach umbringen, um euch dann praktisch vor den Füssen des Questgebers wieder zu beleben. Klar kann man sagen, das man das schon in WoW konnte, aber das System mit mehreren und gut verteilten Respawn-Punkten lädt da eher dazu ein.

 

Was mir heute nun extrem aufgefallen ist (ihr erinnert euch, Freitag war der "Kennenlern-Tag" und gestern war der "Schnupper-Tag", sind die massigen Bugs, die den Spielfluss teilweise arg trüben. In Dungeons spawnen Bossgegner nicht, die eigene Spielfigur bleibt ohne erkenntlichen Grund stecken oder die tonnenweise nicht übersetzten Quests. Das alles lässt in mir ein bisschen das Gefühl aufkommen, dass man Age of Conan einen Tick zu früh auf den Markt geschmissen hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Bugs den Beta-Testern nicht aufgefallen sind, oder besser, dass die Beta-Tester all diese Bugs nicht gemeldet haben. Auch wenn jedes MMORPG zum Start seine Probleme hat und Age of Conan noch keine "spielunterbrechenden" Fehler aufweist (jedenfalls bei mir nicht), sind es meiner Meinung nach einfach zu viele, kleine Ungereimtheiten, die mit einem späteren Release hätten vermieden werden können. Aber was solls - die Jungs von Funcom geben ja fast täglich Patches und Updates raus, die diese Fehler langsam beheben. Seit dem heutigen Update crasht das Game beim Beenden zum Glück nicht mehr.

 

Ach ja - bevor ich hier den heutigen Tag schliesse. Ich hab nun Level 20 erreicht, Strom besiegt und spare mir die Erkundigungstour der restlichen Welt nun für morgen auf. Bin schon richtig gespannt darauf. Ausserdem ist mir heute mal aufgefallen, wie pompös und passend der Soundtrack von AoC ist. Wirklich gut gelungen. Sehr atmosphärisch, muss man sagen.

 

Mittwoch, 28. Mai 2008 - der vierte Tag
Ich bin heute sogar früher zur Arbeit gekommen. Das passiert selten. Entweder wenn ich bei einem Spiel unbedingt weiterkommen will, oder wenn grad eines releast wird, auf das ich schon lange warte. Egal. Jedenfalls ist heute der Tag, auf den ich mich gefreut habe. Ich kann mich nun in ganz Hyboria frei bewegen. Das Spiel gestartet und den obligaten Patch installiert, lade ich mein Profil und schwups steht Naglfar am Steg in Tortage bereit zur Fahrt in Richtung Festland. Unverständlicherweise haben sich heute mit dem Update meine gesamten Grafikeinstellungen zurückgesetzt, was mir einen befremdlichen Blick entlockt. Gestern sah das doch noch schöner aus.......ah ja - die Grafikeinstellungen. Guuut - alles wieder auf "Hoch" gestellt - Spiel neu gestartet und jetzt aber - darf ich jetzt?

 

Ja, ich darf! Per Schmuggler (wie passend!) fahre ich in die Heimatstadt der Aquillonier, die sogleich die Hauptstadt von Hyboria und der Thronsitz von König Conan ist. Tarantia. Die Stadt präsentiert sich in einem wunderschön anmutenden Steinbau und lädt ein, dort Stundenlang zu verweilen. Die erste Quest ist auch gleich sehr hilfreich. Ein Stadtbewohner hat mir auf der Karte Punkte eingezeichnet, die ich nacheinander abklappern soll. Dabei sind das nicht willkürliche Punkte, sondern solche, die mir im weiteren Spielverlauf auch etwas bringen. Ost- und Westausgang, die Löwenallee, die Rosenallee, die Taverne und und und. Was ausserdem gleich auffällt. Ab jetzt sind die Quests nicht mehr vertont. Irgendwie logisch - wollen die etwa bei jedem Quest-Update wieder neue Sprecher ins Studio holen? Danach wollte ich mich eigentlich mal bei König Conan melden. Als ich dann endlich die Brücke zum Reichenviertel gefunden habe, bin ich natürlich gleich rüber in Richtung Palast geeilt, nur um herauszufinden, dass König Conan nicht mit irgendwelchen "kleinen Fischen" verkehrt. Schade - in WoW konnte ich mit meinem untoten Magier doch schon mit Level 10 beim König vorsprechen. Nun ja - Conan ist ja ein Barbar. Der handhabt das eben anders.

 

Statt mich aber nun wieder gleich ans Questen zu machen, ist es mal an der Zeit die Talent- und Fertigkeitenpunkte zu verteilen, die ich bis Level 20 eingesackt habe. Ich gehör nämlich zu den Spielern die das nur pro 10 Level machen - damit auch nicht falsch geskillt wird. Der Vorsatz ist aber mehr oder weniger für die Katze, da ich das bis jetzt in jedem RPG so gemacht hab nur, um mich danach über den "Skill- und Fertigkeitenpunkte zurücksetzen Button" zu freuen. Keiner ist perfekt! Pro Levelaufstieg gibts nämlich Skillpunkte, die ich auf folgende Fähigkeiten verteilen kann. Warnehmung, Verbinden, Manaerneuerung, Zauberkonzentration, Verstecken, Klettern und Provozieren verteilen kann. Schön; die Fähigkeiten sind so gut beschriftet, dass sie nahezu selbsterklärend sind. Endlich komm ich auch dazu mal den Taltenbaum etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Wie in WoW oder LOTRO wurde der erst mit Erreichen von Level 10 freigeschaltet. Aber mit meinen gelernten Schlag-Kombos bin ich auch ohne diese Talente ausgekommen. Schlagkombos? Ja - der dunkle Templer hat da ein paar ganz üble Hiebe drauf, die einen Gegner an einen Binden, ihm gleich dopplet HP abziehen oder mehrere Gegner auf einmal attakieren lässt. Das funktioniert so; euer Char steht vor einem Mob. Ihr drückt eine Kombotaste und das Spiel zeigt euch direkt auf dem Bildschirm an, welche Tasten ihr nacheinander drücken müsst, um die Kombo auszulösen. Bei den Zaubern hab ich mich für einen HP-Reg-Zauber und einen Gegner-Vergiften-Zauber entschieden. JETZT soll meinem Naglfar noch einer zu nahe kommen. PHA!

 

Donnerstag, 29. Mai 2008 - der fünfte (und letzte) Tag
So - für mich ist nun der letzte Testtag angebrochen. Gestern hab ich in den wilde Lande von Zelata noch Bekanntschaft mit dem Open-PvP System gemacht (irgend ein Level 40 Char fand es witzig mich grundlos zu töten), aber trotzdem noch Level 28 erreicht. Meine Spielzeit auf dem Server wird nun auf genau 24 Stunden und 42 Minuten gerechnet. Naja - das sind sage und schreibe 1.16 Level-Ups pro Stunde - nicht gerade eine Power-Leveling-Meisterleistung aber es kann sich sehen lassen. Das hat aber auch damit zu tun, dass man mit Questen am schnellsten vorankommt, wie in jedem RPG. Manche Quests wirken aber auf mich völlig schlecht ausbalanciert. Wo eine orange Quest kinderleicht ist, weil die Mobs rumstehen, als ob Solid Snake mit der Stun-Gun vorbeigekommen wäre, ist es bei einer gelben Quest möglich, dass die Mobs so dicht auf einem Haufen stehen, dass es ohne Fernkämpfer praktisch unmöglich ist, einzelne zu pullen. Da kommt immer gleich der ganze Haufen. Auch trotz Verteidigungshaltung und Heil-Aura hab ich da ab und mal ins Gras gebissen. Fies - im Conall-Tal ist es soweit gekommen, dass sich die Gegner so nahe am Respawn Punkt befanden, dass ich nicht mehr da weg gekommen bin. Ich wollte ja eigentlich nur meinen Grabstein holen, damit die "Death-Penalty" weggeht (passiver, 30-minütiger Zauber der alle Attribute senkt), um mich dann möglichst schnell wieder aus dem Staub zu machen, aber die Mobs waren zu sechst auf Level 24 und ich war alleine, noch auf Level 22. Das war frustig, sag ich euch. Hab mich dann irgendwann dafür entschieden, mich bei einem anderen Respawn-Point wieder zu beleben und die Death-Penalty halt sein zu lassen. Hab sie dann weggekriegt als ich meinen Char im Dorf, 30 Minuten hab rumstehen lassen - ich war in der Kaffee-Pause.

 

Inzwischen hab ich durchs Questen auch noch die andere Hauptstädte (Conarch für die Cimmerier und Khemi für die Stygier) erkunden dürfen. Von all den Städten hat mir aber Tarantina am besten gefallen. Rein von der Achritektur her. Aber jetzt ist erstmal Wochenende angesagt, bevor ich mich wieder nach Hyboria stürze.
MS
 
 
Conclusion
Age of Conan hat bewiesen, dass ein MMORPG ruhig auch ein Stück weit Innovation vertragen kann. Das Kampfsystem und die Einzelspieler-Missionen im Nacht-Modus sind erfrischend und tun dem Genre gut. Aber das Spiel richtet sich - um es nochmal zu erwähnen - eindeutig an Erwachsene. Der hohe Gewaltgrad, gepaart mit der doch sehr dreckigen Sprache in AoC ist nichts für Spieler unter 18. Auch bei der DE-Version des Spiels. Trotz der erschreckend vielen Bugs hab ich mich in AoC wesentlich wohler gefühlt als in den Genre-Konkurrenten. Hab mir jetzt einmal ein 3 Monats Abo zugelegt. Mal sehen ob mich der MMO-Wahn wieder packt. Wenn die Bugs in einer annehmbaren Zeit gefixt werden, steht dem jedenfalls nichts im Wege.
Infobox
Developer Funcom Number of Players 1-1000
Publisher Eidos Recommended Age 18+
Genre MMORPG http://www.ageofconan.com/