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Goin' Downtown

29.05.2008
New York im Jahre 2072. Wie oft wir Gamer bereits in der Weltmetropole zur virtuellen Tat geschritten sind, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall nicht zu knapp. In 'Goin' Downtown' steuert ihr den depressiven Polizisten Jake durch ein New York das im hübschen, futuristischen Cel-Shading-Gewand den Steuerzahlern das Leben schwer macht.

 

Der Schädel brummt, draussen hört Jake den Verkehr rauschen. Er fühlt sich echt beschissen. Also alles beim Alten... Mies gelaunt schaltet er seinen Teledoktor an. Das Gerät fragt ihn mit roboterartiger Stimme nach seinem Befinden. „Gib mir einfach meine verfluchten Pillen...“, ist alles was das Teil von ihm zu hören kriegt. Drei Antidepressiva später geht er raus in den Grossstadtdschungel. Draussen erwarten ihn Werbehologramme, vorbeischnellende Rücklichter und, mal was anderes, eine am Boden liegende Frau in einem roten Kleid. Es soll ein langer Tag werden...

 

Jake ist echt ein armes Schwein. Er hat fast keine Kohle, ein gebrochenes Herz, viele Sorgen und einen mysteriösen Tod aufzuklären, von dem niemand etwas wissen will. Kein Wunder, denn die Verstorbene hatte einen verdammt niedrigen Steuerstatus. Sie ist es nicht wert, wenn es nach den hohen Tieren geht. Jake sieht das anders. Fest entschlossen die Sache aufzuklären, startet Jake seine eigenen Ermittlungen und gerät dabei in so manche brenzlige Situation. Nicht, dass er sich nicht zu helfen wüsste. Adventure-typisch sammelt Jake allerlei Firlefanz ein, kombiniert Gegenstände miteinander und verstrickt sich immer mehr in gefährliche Machenschaften. Über eine Stadtkarte kann er jederzeit schnell und unkompliziert reisen, ausserdem hat Jake die Möglichkeit manuell zwischen Tag und Nacht zu wechseln. Je nach Tageszeit trifft man verschiedene Personen an den jeweiligen Orten. Durch ein mitgeführtes Tagebuch behält der rechtschaffene Polizist seine erledigten und anstehenden Aufträge im Auge.

 

Jake mag ein wackerer Kerl sein, irgendwann kommt man aber gegen seine Schwarzmalerei nicht mehr an. Auch wenn unser Gesetzeshüter ein echter Draufgänger ist, lässt er nicht selten lustlose Kommentare und Sprüche vom Stapel. Hinzu kommt, dass er die meiste Zeit klingt, als wäre er gerade mit einem höllischen Kater und dann noch mit dem falschen Bein aufgestanden. Dabei sind die Aufgabenstellungen und Rätsel gar nicht mal so schwer, ja fast schon zu einfach für Veteranen. Im Gegenzug sammelt man gut und gerne mal vier oder fünf Gegenstände am selben Ort auf und muss gleich einen ganzen Haufen Schnickschnack kombinieren und richtig einsetzen, damit das Abenteuer weitergehen kann.

 

Zum Glück sind im futuristischen New York nicht alle so niedergeschlagen wie Jake und man trifft den ein oder anderen quirligen Charakter. Während der Grossteil bekannter Adventures mit viel Charme und Witz überzeugt, setzt man in Goin' Downtown auf „echte“ Protagonisten. Da gibt es den überdrehten Technik-Freak, die drogensüchtige Prostituierte oder den gutmütigen Barkeeper. Auch wenn die Darsteller viel Selbstironie mitbringen und manchmal auch einen lustigen oder unverblümten Spruch klopfen, wirkt 'Goin Downtown' realer und erwachsener als viele Genrekollegen. Die vorwiegend solide Sprachausgabe, gemischt mit dem gekonnt in Szene gesetzten New York von Morgen überzeugt. Trotzdem schafft es das Spiel nie so richtig, den Spieler in den Bann zu schlagen. Leider unterstützt der eher dürftige Soundtrack diesen Umstand noch.

 

Goin' Downtown sieht ziemlich hübsch aus. Die Cel-Shading-Grafik gibt dem New York ferner Tage einen knalligen Anstrich, der sich wunderbar für das gut umgesetzte Setting eignet. Die Charaktere sind nicht extrem detailliert, dafür wird das Auge mit einigen Licht- und Schattenspielen umschmeichelt. Weniger Freude machen da die Animationen, welche eher etwas holprig wirken, zu viel Zeit in Anspruch nehmen und oft nicht übersprungen werden können. Trotzdem kommt 'Goin' Downtown' gut weg. wenn es um die Optik geht, auch wenn Jake bei einem Schlag auf den Hinterkopf unfreiwillig ins Levelinventar fällt und darin verschwindet.
EB
 
 
Fazit
Ganz klar, 'Goin' Downtown' ist ein durchaus spassiges Abenteuer. Auch wenn es dem Spiel in seiner Gesamtheit an Nervenkitzel fehlt, gibt es zahlreiche frische und spannende Momente, wo Rätsel gelöst werden müssen und Grips gefragt ist. Ein Adventure mit genügend Anspruch und interessanten Wendungen um dem willigen Abenteurer für ein paar wenige Stunden das Leben zu versüssen.
Infobox
Hersteller The Games Company Anzahl Spieler 1
Herausgeber Atari Empfohlenes Alter 16+
Genre Point & Click Adventure www.goindowntown.de/
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