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Sacred 2Fallen Angel
14.05.2008
Ich hocke zu Hause vor meiner Konsole und hab das lang erwartete Sacred 2 - Fallen Angel in meiner XBOX360. Die ersten drei Kapitel der Kampagne hab ich schon durch. Jetzt meldet mir das Live-Netzwerk, dass mein Arbeitskollege auch gerade seine XBOX ans Live-Netzwerk angemeldet hat. Schnell die XBOX-Guide-Taste gedrückt, schon ist er eingeladen und kann meinem Singleplayer-Spiel beitreten. Jetzt können wir die Kampagne miteinander bestreiten. Wie klingt das?
Eigentlich in der Theorie ganz cool. Das ganze nennt Ascaron nämlich "Verschmelzung von Einzel- und Mehrspielermouds". Darüber hat Daniel Dumont auf der Quo Vadis ein knapp 60-minütiges Referat gehalten. Der Schuss ging aber ein wenig nach hinten los. Statt das Dumont der versammelten Fachpresse das Hosenflattern nehmen konnte, hat er mehr Unsicherheiten geschaffen, als er aus dem Weg geräumt hat.
Zuerst stellt sich natürlich die Frage: „Was ist Sacred 2?“. Sacred 2 – Fallen Angel ist im Grunde genommen das gleiche wie Sacred eins schon war – ein Action-Rollenspiel das stark an Diablo 2 erinnert. Diesmal nur viel viel hübscher. Sacred 2 ist mischt grafisch ganz vorne mit. Davon konnte ich mich auf der Quo Vadis bereits überzeugen. Was ich gesehen habe, sah einfach fantastisch aus. Wie in jedem Action-RPG gillt es, seinen Charakter von Level eins auf Level 99 zu bringen, unzählige Haupt- und Nebenquests zu lösen und – jetzt kommts – den Charakter mit gefundenen Waffen, Upgrades und einem ausgefeilten Skillsystem zu individualisieren.
"In Sacred 2 wird keine Unterscheidung zwischen dem Einzel- und Mehrspieler-Modus gemacht.", eröffnet Daniel Dumont sein Referat. Wer eine Singelplayer-Kampange startet, muss also trotzdem in einem weiteren Menü angeben, ob er das Spiel nun öffentlich hosten will, ob nur Freunde der Partie beitreten dürfen, oder ob nur jemand mit einer Einladung den Schlachtzug begleiten darf. Dabei kommt es nicht darauf an, wie weit der beitretende Spieler in der Kampagne ist, geschweige denn, welchen Level er hat. Wenn ein Low-Level-Char dem Spiel eines High-Level-Chars beitritt, denkt Ascaron sogar über eine "Newbie-Schutzhülle" nach, damit er nicht nach einem Mob-Schlag ins Gras beisst. Dabei erlebt der eingestiegene Spieler genau die gleichen Storyparts, die der Host erlebt. Wenn also ein Low-Level und ein High-Level miteinander durch die Kapitel von Sacred 2 ziehen, muss sich der Low-Level auf ein paar nette Spoiler gefasst machen. Komisch! Wohlgemerkt: Diese extreme "Verschmelzung" des Solo- und Multiplayermodus bezieht sich hauptsächlich auf die XBOX360-Version des Spiels. Die PC-Version soll gemäss Ascaron auch eine "normale" Solokampagne bieten.
Es gibt da aber noch ein Problemchen mit dieser Verschmelzung, welches ich euch anhand eines praktischen Beispiels erläutern möchte. Stellt euch folgendes Szenario vor. Releasetag von Sacred 2. Ihr eilt in eure vertrauten vier Wände, legt das Spiel in die Konsole und fangt an zu zocken. Nach 4 Stunden erreicht ihr Kapitel 3.5. Euer Zocker-Kollege, der leider den Releasetag nicht als Urlaubstag angegeben hat, zockt erst seit zwei Stunden und ist erst bei Kapitel 2.9. Ihr ladet ihn in euer Spiel ein und ihr zockt gemeinsam weitere zwei Stunden. In dieser Zeit erreicht ihr gemeinsam Kapitel 4. Nun schliesst ihr euer Spiel wieder - nach 6 Stunden hat mans ja wohl gesehen. Der nächste Tag. Euer Arbeitskollege will an der Stelle weitermachen, wo er gestern mit euch aufgehört hat. Doch - oh Schreck. Er muss bei Kapitel 2.9 weitermachen. Klar er hat ja auch einen Teil von Kapitel 2 verpasst, aber den resten, den er schon mit euch gemacht hat überspringen? Ist nicht. Ausserdem hat er jetzt mit seinem Char, mit dem er gestern mit euch gezockt hat, so einen hohen Level und tolle Kapitel 4-Items, dass er nur so durch die Feindeshorden durchrennt. Soll das etwa motivierend sein?
MS
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