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Alone in the Dark V

Near Death Investigation

25.06.2008
Edens Neuauflage des Survival-Horror-Urvaters "Alone in the Dark" ist ein Wechselbad der Gefühle. Jedenfalls bei mir. Alle die meine Preview zum Spiel gelesen haben, wissen, wie ich mich darauf gefreut habe. Ob das Spiel den Erwartungen gerecht wird, erfahrt ihr hier.

 

Edward Carnby, ich nenne ihn fix Eddy, hat es nicht leicht. Er wacht - oh welch Innovation - ohne Erinnerungen auf. Alles um ihn herum scheint verschwommen. Per Tastendruck blinzelt der Gute, um die Sicht zu klären. Ein Raum mit drei nicht ganz freundlich gesinnten Herren zeigt sich dem ungewollten Helden von "Alone in the Dark V". Und schon fängt es an. Die Synchronisation. Hat man sich im Vorfeld die Trailer zu Alone in the Dark angeschaut, erfreute man sich einer recht soliden Synchronisation in Englisch. ATARI Deutschland scheint hier keinen Wert auf Authenzität gelegt zu haben. Weder Carnby noch andere Charaktere haben eine einigermassen passende Stimme. Für ein Spiel dass auf Atmosphäre aufbaut, doch etwas dürftig.

 


Doch weiter im Spiel. Eine verpatzte Synchronisation muss nicht unbedingt bedeuten, dass das Spiel welches sich dahinter verbirgt, auch etwa schlecht ist (Metal Gear Solid 1 lässt grüssen). Also bewege ich Eddy, auf Anweisung des netten Herren im schwarzen Mantel, aus dem Zimmer heraus, dass augenscheinlich zu einem Hotel-Komplex gehört. Ganz freundlich wird Eddy darum gebeten sich auf das Dach zu begeben, um dort sein Leben durch Fremdeinwirkung beenden zu lassen. Wie es der Zufall so will, wird Eddys Henker auf dem Weg dorthin in etwas gesogen, was einem schwarzen Loch nicht ganz unähnlich ist. Von nun an dürft ihr euren Eddy alleine durch die Hotel-Korridore steuern. Hurra, Eddy ist frei!

 

Und schon zeigt sich ein nächstes Manko des Programms. Die Steuerung. Völlig ungewohnt steuert ihr den Detektiven für paranormale Aktivitäten nur mit dem linken Analog-Stick aus der typischen "Surival-Horror"-Perspektive. Will sagen: ihr gafft Carnby die ganze Zeit über die linke Schulter, was das Spiel nicht unbedingt einfacher gestaltet, da die Kamera logischerweise nicht drehbar ist. Rückwärtslaufen ist nicht. Wenn ihr euch aus einer Ecke rausmanövrieren wollt, müsst ihr eine 180°-Drehung machen. Gemäss Handbuch soll das per Tastendruck funktionieren. Schön wärs....hält Edward nämlich gerade einen Feuerlöscher oder einen anderen schweren Gegenstand in der Hand, ist nichts mit "schnelle Drehung." Warum? Das weiss der Teufel (oder auch nicht).

 

Ja für was ist denn der rechte Analog-Stick da, werden sich einige von euch fragen. Um mit der Umgebung zu interagieren.Damit präsentiere ich euch eine der Innoviationen von Alone in the Dark. Eddy kann und muss sich allen möglichen Utensilien bedienen, um gegen die Dämonen aus der Hölle anzutreten. Munition ist zwar nicht so knapp gesäht wie in einem Silent Hill, aber denoch empfielht es sich, herumliegende Stühle nicht einfach als Sitzgelegenheit zu betrachten, sondern etwas weiter zu denken. Nehmt ihr den Stuhl auf, könnt ihr denselben mit dem Analog-Stick hin und her Schwingen. Anfänglich ist das etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit geht das locker von der Hand.

 

Der Schwierigkeitsgrad im Kampf hält sich in Grenzen. Die Gegner sind weder besonders Klug, noch eine "echte" Herausforderung. Sobald man feststellt, dass die bösen Buben am einfachsten mit Feuer zu bekämpfen sind, könnt ihr getrost durch die Feindeshorden laufen. Da sind die knackigen Rätseleinlagen schon von einem ganz andere Kaliber. Aber zurück zum Feuer. Das zentrale und hochgelobte Element in Alone in the Dark ist den Entwicklern nämlich richtig gut gelungen und sieht fantastisch aus. Das kann ich getrost sagen: Ich hab noch in keinem Spiel so schönes Feuer gesehen. Alle Elemente im Spiel, die in der realen Welt brennbar sind, fangen auch im Spiel an zu brennen, sofern man sie kurz über einen Brandherd hält. Das ganze nennen die Eden Studios auch "Real World Rules". Das Programm geht sogar so weit, dass sich ein Stuhlbein in eurer Hand zu einer prefekten Fakel verwandeln lässt, wenn ihr die Haxen in Brand setzt.

 

Was kann Alone in the Dark denn noch? Hm - es präsentiert euch wohl das schönste Inventar, dass ihr in einem Spiel je gesehen habt. Statt auf einen "Klick-dich-tot" Bildschirm zu setzen, schaut Eddy gerne nach unten, in die Seitentaschen seiner Jacke (so eine will ich auch haben). Dort verstaut der Haudegen nämlich alle Objekte, die er im Spielverlauf findet. Genial: Die Objekte lassen sich untereinander kombinieren. So könnt ihr aus einer Plastikflasche mit brennbarer Flüssigkeit, einem Messer, etwas Klebeband und einem gezielten Wurf in Richtung Gegner eine tolle Feuerspur ins Nest der Unholde legen lassen. Mit dem Zippo und der Benzinspur ist das Problem mit den Wüstlingen im Raum nebenand relativ schnell gelöst!

 

Naja - das klingt ja eingentlich gar nicht mal so schlecht, oder? Warum ist dann Alone in the Dark so ein krasses Wechselbad der Gefühle? Weil das Programm relativ viele üble Clipping-Fehler und Gliches aufweist. Weil das Programm, gerade in den geskripteten Sequenzen (Flucht im Wagen) frustriert. Eine falsche Lenkbeweung und ihr dürft das ganze nochmal von vorne probieren. Ich hab doch über 20 Anläufe gebraucht, um diesen Part zu meistern. Da lass ich es auch nicht gelten, dass die Eden Studios in diesen Frust-Momenten auf das "DVD-Kapitel-System" des Spiels aufmerksam machen. Dieses innovative Feature erlaubt es dem Spieler nämlich, jeden Part des Spiels zu überspringen. Eden will damit erreichen, dass jeder Spieler in den Genuss des Endes des Action-Adventures kommt. Ja, das ist ja ganz nett. Als Spieler will ich aber trotzdem keine Momente, in denen klar wird, dass man das ganze nach dem Trial & Error Prinzip meistern muss.
MS
 
 
Conclusion
Ich würde nicht soweit gehen, Alone in the Dark als schlechtes Spiel darzustellen. Dafür sind die Rätsel zu gut gelungen und das wortwörtliche "Spiel mit dem Feuer" macht viel zu viel Spass. Trotzdem bleibt ein fahler Nachgeschmack, wenn man Edward durch den Central Park steuert. Ja - es hat seine Momente, die werden aber durch schlampige Programmierfehler und einer schlechten Synchronisation oft wieder eingedämmt. Ausserdem hätten viele Frustmomente durch einen oder zwei Monate mehr in der Entwicklung, vermieden werden können. Hoffen wir, dass die PS3-Version nicht an den selben Macken leiden wird, wie es die PC- und die XBOX360-Fassung tun.
Infobox
Developer Eden Studios Number of Players 1
Publisher ATARI Recommended Age 18+
Genre Survival-Horror http://www.centraldrak.com/