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Final Fantasy Crystal Chronicles

My life as a king

05.06.2008
Da haben die Japaner aber mal kräftig mit der Erwartungshaltung des Publikums gespielt. Denn der Name Square Enix steht diesmal nicht für epische Rollenspielkost. Für WiiWare haben sich die Final-Fantasy-Macher extra von ihrem angestammten Territorium entfernt und servieren ein Aufbaustrategiespiel, das nur durch seine kindliche Optik recht simpel wirkt. Mit der Zeit offenbart das Spiel mit dem nicht geraden wortkargen Titel Final Fantasy Chrystal Chronicles: My Life as a King allerdings ein komplexes Ressourcensystem mit einigen Finessen. Der Final Fantasy-Ableger entpuppt sich als das umfangreichste Spiel, das es derzeit über WiiWare zu kaufen gibt.

 

Endlich also König. Schlecht nur, wenn niemand da ist, den man regieren kann. Die königliche Residenz ist leer gefegt, die Burg gänzlich verwaist. Als neuer Regent gilt es also den Betrieb wieder aufzunehmen und ein Königreich zu errichten, das nur so vor Vasallen, Untertanen und sonstigen Bürgern wimmelt. Um den Grundstock an Einwohnern für das neue Königtum anzulocken müssen zunächst simple Wohnhäuser gebaut werden. Kaum errichtet, befindet sich auch schon ein fröhlicher Untergebener darin wieder, der nur allzu bereit seine Steuern entrichtet.

 

Mehr Bürger bedeuten also auch mehr Steuereinnahmen. Die alte Gleichung gilt seit SimCity und ist die Triebfeder eines jeden Aufbaustrategiespiels. Doch My Life As A King macht es dem Spieler nicht ganz so leicht. Um Gebäude zu bauen braucht es magische Kristalle, eine Art Erz, das nur in Dungeons besorgt werden kann. Ausgeschlossen natürlich, dass der König sich selbst die Finger schmutzig macht und durch irgendwelche dreckigen Höhlen kriecht um eklige Monster zu bekämpfen – Adel verpflichtet. Also werden Abenteurer angeheuert, die diesen niederen Job übernehmen. Die tapferen Helden werden über die Steuereinnahmen entlöhnt – je höher die Stufe, desto mehr Kosten, aber auch mehr Baumaterial, um die Stadt zu vergrößern: Ein Wirtschaftskreislauf, der immer in Schwung gehalten werden will.

 

Alle Bauten werden über die praktische Assistentin Chime aufgerufen: Einmal mit der Wiimote geschüttelt und schon erscheint die adrette Sekretärin mit einer Liste architektonischer Möglichkeiten. Im Laufe des Spieles kommen noch mehr hinzu und wie bei allen Spielen dieser Art müssen unterschiedliche Gebäude errichtet werden, um die Untergebenen bei Laune zu halten. Zusätzlich kann man sich noch persönlich mit allen Bürgern unterhalten, was diese zufriedener und zahlungswilliger macht – eine oftmals lästige Aufgabe, aber was tut man nicht alles für das Wohlergehen seines Volkes?

 

Unterteilt ist das Spiel in Tageszyklen. Am Anfang jeden Tages erhält man einen detaillierten Report über die finanzielle Lage der Nation sowie mögliche Questen, die man ausschreiben kann. Nachdem die Questen an einem schwarzen Brett angeschlagen wurden, melden sich diverse Abenteurer auf das Jobangebot. Als König hat man das letzte Wort und sucht den passenden Helden für das zu bestehende Abenteuer aus. Für die erfolgreiche Säuberung des Dungeons können anschließend auch Orden verliehen werden, um den Kämpfer zu belohnen und seine Werte zu erhöhen. Die Rollenspielelemente, die man von Square Enix erwartet hätte, sind also sozusagen dem Outsourcing zum Opfer gefallen: Man darf selbst nicht zum Schwert greifen und beauftragt willige Recken, um diesen Part zu übernehmen.

 

Das Vergeben der Aufträge und damit Management der Helden macht den größten Reiz von My Life As A King aus. Zudem entwickeln sich in der Stadt diverser Familienverhältnisse, über die man sich stets informieren kann und lernt so seine Untertanen zu schätzen – irgendwann kennt man die Namen eines jeden Bewohners. Leider ist dafür das Leben im eigenen Königreich bei längerer Spieldauer etwas eindimensional. Der Langeweile kann man durch zusätzliche Inhalte entkommen – allerdings müssen diese kostenpflichtig über WiiWare eingekauft werden. Eine nicht ganz so User-freundliche Praxis, zumal das Spiel selbst schon mit 1500 Punkten das teuerste unter den WiiWare-Titeln ist. Zudem kommt die typische Wii-Steuerung doch etwas kurz, die meisten Menüs werden ganz traditionell gesteuert – das Spiel könnte in dieser Form auch problemlos auf anderen System funktionieren.
MK
 
 
Conclusion
Die liebvolle Grafik und das Konzept sind stimmig, auch wenn nach einer längeren Zeit das Managen des Königreiches etwas eintönig wird. Zudem ist die unnötige Story eher störend und nervig – man hätte sie einfach weglassen sollen. Das Pflegen der diversen Aufträge für Abenteurer und das Aufbauen der Stadt machen aber dennoch Laune. Wenn ihr als Rollenspieler also wissen wollt, wie das so läuft mit dem Erstellen von Questen – hier erhaltet ihr eine Antwort. Das Leben als König ist also um einiges stressiger als gedacht, aber man weiß, dass sich die Mühe gelohnt hat, wenn man über seine frisch errichtete Stadt schaut und des geschäftigen Treiben auf der Straße beobachtet – dann weiß man, dass man richtig regiert hat.
Infobox
Developer Square Enix Number of Players 1
Publisher Nintendo Recommended Age
Genre Strategy -