LostWinds
09.06.2008
Endlich zieht Nintendo nach. Schon länger konnte man innovative und interessante „kleine“ Spiele bei Xbox-Live finden – man denke nur an Geometry Wars: Retro Evolved – und selbst Sony hat inzwischen in ihrem PSN-Store einige exklusive Titel zu bieten. Nur Nintendo hat sich mit diesem Konzept noch etwas schwer getan, trotz des erfolgreichen Virtual Console-Shops, der allerdings nur bereits veröffentlichte Spiele hauptsächlich aus der 8- und 16-bit Vergangenheit anbietet. Nun gibt es gleich sechs Spiele unter dem Titel WiiWare, die ganz exklusiv nur für Nintendo Wii erscheinen – und mit LostWinds ein kleines Juwel beherbergen.
Denn scheinbar ist man eher bereit, bei einem Spiel, das umgerechnet zehn Euro kostet auch mal ein paar Innovationen einzubauen und zu experimentieren. So ist LostWinds nicht nur eine Demonstration dafür, dass es möglich ist, ein Low-Budget-Spiel im Stil eines Vollpreis-Games zu produzieren, sondern auch ein Beispielt dafür, wie mit einfachen Mittel die Wiimote perfekt genutzt werden kann.
Der junge Toku döst gerade in der Sonne, als er etwas ruppig von einem Windstoß geweckt wird. Er erfährt, dass die schöne grüne Insel Ministralis, auf der er lebt, in Gefahr ist und er zum Helden auserkoren wurde. Ein böser Dämon ist ausgebrochen und muss wieder eingefangen werden. Glücklicherweise gibt es aber auch gute Geister, die beim Aufspüren und Bekämpfen der bösen Brut helfen. Es sind Windgeister, die Toku unter die Arme greifen und ihn vorantreiben. Mittels der Wiimote löst man einen Windstoß aus: A-Knopf drücken und die gewünschte Windrichtung ziehen, schon bläst eine kräftige Böe. Neben der normalen Steuerung über den Nunchuck kann man so dem umherwandernden Weltenretter kräftigen Auftrieb geben und höhere Plattformen erreichen.
Doch nicht nur das. Mittels eines Soges kann man Feuer und Wasser einsetzen, um Sperren abzufackeln oder hilfreiche Pflanzen zu bewässern. Steine sind auch mit einem lauen Lüftchen zu bewegen, um sie auf Schalter zu platzieren oder Hindernisse zu zertrümmern. Im Verlauf des Spiels wird das Jonglieren in der Luft mit diversen Gegenständen zu einer wahren Herausforderung – es erfordert viel Fingerspitzengefühl das jeweilige Item an die richtige Stelle zu dirigieren.
Der Schwierigkeitsgrad von LostWinds ist im unteren Drittel angesiedelt. Die meisten Rätsel lassen sich nach einem kurzen Überblick lösen und beschränken sich meist auf einfache manövriere-Gegenstand-von-A-nach-B-Übungen. Die wirklich kniffligen Passagen halten sich in Grenzen, sind aber stets mit ein bisschen Grübeln zu lösen. Die drolligen Feinde sind zumeist nicht der Rede wert, sie lassen sich schnell mit ein paar geschickten Windstößen ausschalten, auch Feuer oder ein dicker Stein können sehr hilfreich sein. Zahlreiche Auffrischungen unterwegs lassen die Energie nur selten schwinden, zudem gibt es einige Speicherplätze. Erstaunlich, wie schnell und komfortabel das Speichern geht – einfach an einer bestimmten Statue Z drücken – fertig. So schnell könnte das immer gehen
Der wahre Reiz von LostWind findet sich im Spielprinzip selbst: Es ist einfach sehr spaßig, mal so richtig Wind zu machen. Die Steuerung ist schnell gemeistert und der junge Toku wirbelt nur so durch die Gegend, erklimmt im Auftrieb die höchsten Gipfel. Fällt er etwas zu tief, kann man ihn mit einer sanften Brise auffangen – und das auch noch in Zeitlupe, denn beim Auslösen des Windes verlangsamt sich alles.
Hinzu kommt eine liebevolle und pittoreske Grafik. Alles vom Wind ergriffene schwankt, den Menschen fliegen die Kleider und die Haare hoch und sie reagieren mit Jubel oder Unmut auf eine steife Brise. Ebenso sind die Pflanzen beim Vorbeistreichen einer Böe stets in Bewegung. Das Artwork erinnert vage an eine Mischung aus Zelda – The Windwaker und Ico sowie leichte Anklänge von Okami. Eine ebenso lebendige, wie träumerische Welt, in die man sich bei LostWinds verliert.
MK
| Conclusion
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| LostWinds zeigt, wohin sich WiiWare entwickeln könnte: Neue Idee, tolle Konzepte und das für einen Preis, der seinesgleichen sucht. Ein Jump’n’Run, wie man es so nur auf der Wii erschaffen kann. Das Herumwirbeln mit dem Wind macht während der leider etwas kurzen Spielzeit viel Spaß und lässt für die Zukunft der WiiWare hoffen, dass noch mehr Spiele mit innovativen und neuen Ideen im Shop aufschlagen. LostWinds sollte man sich für den wirklich nicht hohen Preis gönnen – und sei es nur, um ein bisschen Wind zu machen. |
| Infobox
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| Developer
Frontier Developments |
Number of Players
1 |
| Publisher
Nintendo |
Recommended Age
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| Genre
Role-playing Game
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