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X-Blades

20.06.2008
Gut und Böse, Licht und Finsternis. Ein nie endender Konflikt. Das eine kann ohne das andere nicht existieren, das will uns auch X-Blades klarmachen. Vor langer Zeit, verbannte der Leuchtende, Bringer des Lichts, den Finsteren, Herrscher der Dunkelheit, in ein Artefakt und verlor damit auch seine eigenen Kräfte, weil die beiden Wesen unzertrennlich miteinander verbunden sind. Lange haben diese zwei Göttlichen nebeneinander koexistiert, doch irgendwann drohte der Finstere die Überhand zu gewinnen und die Welt in unendliche Dunkelheit zu stürzen. Nun brodeln die unveilvollen Kräfte erneut, das Böse sendet seine Vorboten in Form von blutrünstigen Kreaturen und nur ein zierliches Mädchen namens Ayumi kann ihnen die Stirn bieten.

 

Ich weiss, das Ganze klingt nach Angst und Schrecken. Doch so bedrückend es auch klingen mag, X-Blades ist alles andere als das. Vor allem deshalb, weil die zierliche Ayumi und sämtliche Gegner im Animelook angetänzelt kommen und die Welt, in der sich alles abspielt, ein Übermass an Charme versprüht. X-Blades soll wohl nicht ein Panikmacher, sondern viel mehr ein Action-Kracher werden. Wer etwas von X-Blades sieht oder hört, denkt unweigerlich an „Devil May Cry“. Die beiden „Pistolenklingen“, welche Ayumi mit sich trägt, schreien nach „Final Fantasy 8“. Und dann wäre da noch der unverkennbare Anime-Stil, den man entweder mag oder eben nicht. Wo bleiben da die Innovationen, fragt man sich? Dann wollen wir uns mal auf die Suche machen...

 

Keine Frage, hier wurde abgekupfert. Das muss nicht schlecht sein, wie vor allem kürzlich erschienene Top-Titel gezeigt haben. Nicht selten setzt man mit so genannten, leider oft erzwungenen, „Innovationen“ sämtliche Freude am Spiel in den Sand. Spiele und Sand vertragen sich sowieso nicht, also warum nicht auf Bewährtes zurückgreifen. Hurtig ein Anime-Kittel umgelegt und die Parallelen werden zu, mehr oder weniger, eigenständigen Linien.

 


X-Blades trumpft mit 40 unterschiedlichen, imposanten Innen- und Aussenwelten auf, spendiert euch 30 Gegnerklassen, 9 Bosse und 20 Formen der Magie. Ayumi hat also nicht nur ihre wandlungsfähigen, fern- und nahkampffähigen „Pistolenklingen“ im Repertoire. Die Magie ist ebenfalls ihr Verbündeter. Die gemeingefährliche Gegnerschaft kommt mal als böser Libellenverschnitt angeflogen, in Form grabeskalter Eiswächter oder als reiner Fluch, welcher willkürlich Gegner heraufbeschwören kann. Auch Maschinen machen euch das Leben schwer, indem sie die fiesen Kreaturen kontrollieren oder euch diese direkt vor die Nase dirigieren. Natürlich haben alle Ausgeburten der Dunkelheit ihre Schwachstellen und diese müsst ihr gezielt nutzen. Maschinen müssen die Klingen oder die Kraft des Blitzes spüren, einige Feinde wollen durchlöchert werden und wieder anderen muss man richtig Feuer unter dem Hintern machen. Jedem das Seine.

 

Ohne Fleiss kein Preis, also auf zur XP-Jagd! Wer fleissig den Haudrauf macht, wird auch entsprechend belohnt. Die gesammelten Erfahrungspunkte können gegen Skills eingetauscht werden. Kugelblitze, Feuerbälle oder Teleportzauber machen euch zur gefürcheteten Kampfamazone. Indem ihr kräftig austeilt oder auch einsteckt, füllt sich eine sogenannte „RAGE“-Anzeige. Ist diese erschöpft gibt es auch nichts zu zaubern und man kloppt besser schleunigst ein paar Monster. Wer genug Finesse an den Tag legt und eine Angriffscombo sauber durchzieht, darf das Spektakel sogar mit einem speziellen Finishing-Move ausklingen lassen. Münzfragmente in goldener, silberner und rubinroter Ausführung erweitern euer Angriffsspektrum und schalten neue Attacken frei. Damit nicht genug, denn mächtige Power-ups warten darauf entdeckt zu werden, um euer Spektrum in Sachen Kampftechniken, Magie, Waffen und Teleportation zu erweitern. Auch eure „Pistolenklingen“ machen einige Fortschritte durch. Anfänglich schnetzelt oder durchsiebt man noch einzelne Widersacher, einige Upgrades später müssen ganze Horden euren verheerenden Streuschüssen, Querschlägern, Megaschüssen oder erbarmungslosen Klingenmanövern eine Zielscheibe bieten. Was will man da noch gross ausweichen, wenn die rasende Ayumi bis zu 3-mal hintereinander mit abwärtsgerichteten Sprungangriffen alles platt macht? Einige Attacken verbrauchen „RAGE“ oder machen eine kurze Kampfpause erforderlich, in der Ayumi verwundbar ist. X-Blades soll also mehr werden als simples Rumgehacke. Überlegtes und gezieltes Vorgehen ist Pflicht.

 

Je nachdem auf welche magischen Angriffe ihr zurückgreift und für welche Skills ihr euch entscheidet, entwickelt sich Ayumi zur bösen Hexe oder zum guten Engel. Die Magie ist also ein richtig heisses Eisen und nicht bloss eine Nebenerscheinung. Besser man überlegt sich, ob man dunkle Wolken heraufbeschwört oder die Sonne lachen lässt, denn dies hat eine unmittelbare Auswirkung auf das Ende des Spiels. Damit man den Weg auch bis ans Ende gehen kann, muss man öfters mal halsbrecherische Sprungaktionen wagen. Nur so findet man durch die verwinkelten und schön gestalteten Levels. Unterstützung wird man auch erhalten, ein gewisser Jüngling namens Jay treibt sich zufällig ebenfalls in der Gegend herum. Mit fliegenden Fäusten und einer saftigen Portion Licht greift er euch unter die Arme.
EB
 
 
Conclusion
X-Blades hat definitiv Potenzial. Irgendwie hat man alles schon einmal gesehen und trotzdem reizt das Spiel wenn man genauer hinschaut. Finden die Entwickler die richtige Balance, um die Kämpfe so spannend und unterhaltend zu machen wie angetönt, könnte uns eine angenehme Überraschung erwarten. Ob Anime-Gewand oder nicht, X-Blades sieht in seiner Gesamtheit auch noch ziemlich hübsch aus und geizt nicht mit Unschärfe-, Bullet-Time- oder Lichteffekten. Ayumi, wir glauben an dich, bitte enttäusche uns nicht.
Infobox
Developer Gaijin Entertainment Number of Players 1
Publisher Zuxxez Recommended Age -
Genre Action www.x-blades.com