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Super Smash Bros. Brawl
30.06.2008
Eigentlich haben wir über Nintendos Prügel-Hit bereits in unserer Preview zu Beginn des Jahres ausführlich berichtet. Was soll man nun in einem Review noch schreiben? Den Text wiederholen? Zu einfach. Analysieren weshalb Nintendo so lange mit dem PAL-Release gewartet hat? Unsinnig, denn: Wir wissen es auch nicht. Konzentrieren wir uns deshalb aufs wesentlich: Super Smash Bros. Brawl ist ein wahres Umfangs-Monster und nach Super Mario Galaxy der beste Titel für die Wii.
1998 erschien für das Nintendo 64 ein wahrer Traum für Nintendo-Jünger. In Super Smash Bros. konnte man mit Mario Yoshi verprügeln. Oder mit Link Pikachu. Die logische Konsequenz: Für den GameCube erschien der Nachfolger Melee, das eine deutlich höhere Kämpfer-Anzahl und einen enorm gestiegenen Umfang bot. Kein Wunder also, dass für Nintendos Wii mit Brawl nun schon der dritte Teil der Reihe erscheint. Und ohne zu übertreiben: Das Spiel ist ein wahres Umfangs-Monster. Es fängt schon mit den Kämpfern an. Neben den bereits bekannten Recken wie Mario, Luigi, Bowser oder Peach, gesellen sich u.a. noch Wario, Diddy Kong, Toon-Link, Captain Olimar, Kid Icarus und Zero Suit Samus hinzu. Als Gast-Charaktere treten Schleich-Legende Solid Snake und Marios ehemaliger Erzfeind Sonic auf. Alle Neuzugänge erweitern das Roster sinnvoll und ohne die Balance zu stören. Jeder Charakter besitzt persönliche Eigenschaften und richtet sich deshalb auch an unterschiedliche Spielertypen. Kid Icarus eignet sich beispielsweise mit seinem Bogen für Fernangriffe und ist ideal für Spieler, die gerne aus der Distanz angreifen. Der träge Wario haut dagegen ordentlich zu und sorgt für den nötigen Überblick in den Arenen. Apropos Überblick: Den müsst ihr in Super Smash Bros. Brawl behalten, denn es kämpft nicht nur Mario gegen Luigi, sondern Mario gegen Luigi, gegen Yoshi, gegen Prinzessin Zelda. In einer Arena befinden sich somit maximal vier Kämpfer, was zwar für reichlich Action aber mitunter auch für viel Chaos sorgen kann. Ziel ist es, seine Gegner aus der Arena zu kicken. Hierfür malträtiert ihr sie mit unterschiedlichen Attacken sowie Special Items, bis die am unteren Bildschirmrand eingeblendete Prozentanzeige hoch genug ist – dann klappt’s auch leichter mit dem hinauswerfen. Wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.
Damit auch Einsteiger sofort loslegen können, bietet Nintendo vier Kontroll-Varianten an. Entweder ihr haltet die Wiimote waagrecht, spielt mit Nunchuk und Wiimote, oder aber per Classic- oder sogar GameCube-Controller. Auf bewegungssensitive Angriffe haben die Entwickler – sinnvoller Weise – verzichtet. Obwohl für die Angriffe meist nur zwei Knöpfe benötigt werden, ist Super Smash Bros. Brawl ein sehr tiefgehendes Prügelspiel. Selbstverständlich erreicht es nicht die Tiefe wie ein Dead or Alive oder gar Virtua Fighter, mit Button-Mashing habt ihr aber nur gegen blutige Anfänger eine Chance. Stattdessen muss das Zusammenspiel zwischen gezielten Angriffen und einsetzen der Special Items stimmen. Und von diesen gibt es abermals eine Menge. Neu sind die Assist Trophys, die ähnlich wie die Pokébälle funktionieren, und nützliche Helfer in die Arenen beamen, die euren Charakter dann im Kampf für kurze Zeit unterstützen. Die nicht wegzudenkenden Pokémon sind selbstverständlich auch wieder mit von der Partie, genauso wie Minen, Baseballschläger, Laserschwerter oder Blaster. Neu ist das Ultra Smash-Item. Wer diese Kugel einsammelt, kann per Tastendruck den Ultra Smash seines Kämpfers loslassen. Yoshi mutiert dann beispielsweise zum Dino-Engel (mitsamt Flügeln) und lässt einige kräftige Attacken auf seine Gegner los, die bei korrekter Anwendung auch meistens mehrere Kämpfer aus der Arena schmeißen.
Um Einzelspieler nicht mit dem Arcade-Modus zu langweilen, wurde der Abenteuer-Modus stark erweitert. Dieser hört nun auf den Namen Subraum Emmisär und erzählt sogar eine recht nette Storyline – Zwischensequenzen inklusive. In klassischer Mario-Manier hüpft, lauft und kämpft ihr euch durch eine 2,5D-Welt und versucht das Level-Ende zu erreichen. Anschließend wartet meist ein fieser Bossgegner auf euch. Das alles wurde recht nett in Szene gesetzt und beschäftigt einen gut knapp acht bis zehn Stunden. Wer mal doch einen Freund zu Gast hat, spielt die Story zusammen mit ihm im Coop-Modus – klasse. Zünftige Mehrspieler-Prügelein finden im Versus-Modus statt, der abermals unglaublich viele Einstellungs-Möglichkeiten bietet. Eine wahre Herausforderung stellen die Event-Matches dar. In diesem Modus müsst ihr bestimmte Herausforderungen meistern, zum Beispiel mit einem kleinen Mario gegen einen gigantischen Bowser antreten, oder aber zehn Minuten gegen unendlich viele Feinde überleben. Bei all diesen Aktivitäten sammelt ihr nach und nach Münzen ein, die dann in der Münzmaschine verbraucht werden. Dort wiederum gibt es Statuen und Sticker für die persönliche Sammlung zu ergattern. Nicht unbedingt notwendig, aber dennoch eine nette Langzeitmotivation. Toll: In einem Level-Editor lassen sich eigene Arenen bauen, die man online sogar an Freunde verschicken darf. Qualitativ reichen die eigenen Kreationen zwar nicht an die „richtigen“ Arenen heran, müssen das ehrlich gesagt aber auch nicht. Diese sind größtenteils einfach nur wunderschön designt, an die Kämpfer angepasst und mit vielen Fallen ausgestattet. Auf der Metal Gear-Stage taucht beispielsweise Metal Gear Ray auf und erschwert den Kampf, während auf der Pictochat-Stage sich dauernd der Untergrund verändert – skurril und genial zugleich.
All das beschäftigt einen schon mindestens zwanzig Stunden. Wer aber wirklich alles in Super Smash Bros. Brawl freispielen möchte, muss weitaus mehr Zeit investieren. Darunter fällt auch der Online-Modus, der sowohl Kämpfe gegen Freunde, sofern ihr deren Freundescode kennt, als auch gegen fremde Spieler zulässt. Letzteres erfordert bei der Spielersuche zwar ein bisschen Geduld, dafür muss nach einem Match erst dann wieder eine neue Gruppe gesucht werden, wenn ein Spieler das Spiel verlässt. Passiert das während eines Kampfes, springt die CPU für den ehemaligen Mitspieler ein. Unsere Testkämpfe liefen allesamt recht flüssig, nervige Lag-Probleme sind uns keine aufgefallen, was bei dem enormen Spieltempo recht erstaunlich ist. Auf einen Text- oder gar Sprachchat müssen Online-Smasher dagegen verzichten. Lediglich vier vorgefertigte Texte darf man dem Gegner an den Kopf schmeißen.
Technisch gesehen ist Super Smash Bros. Brawl sicherlich keine Bombe geworden, bietet aber dennoch größtenteils sehr hübsch designte Arenen sowie detailliert gestaltete Kämpfer. Dank der putzigen Animationen macht es einfach nur Spaß, Yoshi als Engel umherfliegen oder Solid Snake seinen Granatwerfer auspacken zu sehen. Apropos Snake: Der kann sich per Funk mit seinen Vorgesetzten unterhalten, die ihm mehr oder weniger nützliche Tipps zu seinen Kontrahenten geben. Witzig ist das aber allemal und dürfte vor allem Metal Gear-Fans ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern, gehören diese Funkgespräche doch zum festen Bestandteil der Serie. Überhaupt wirkt Super Smash Bros. Brawl wie ein Liebeslied an die Fans. Man hat auf die Community gehört, einige Fehler aus dem Vorgänger behoben und unglaublich viel Liebe ins Detail gepackt. Darunter fallen auch die knapp 300 Lieder des Soundtracks, die allesamt aus den Spielen der Charaktere entnommen und neu eingespielt wurden – klasse.
JS
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