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The Abbey

05.06.2008
Leonardo de Toledo ist zwar kein Sean Connery, kommt aber knapp an ihn ran. Wer unsere Preview zu "The Abbey" gelesen hat, weiss, dass sich das Spiel am Grundprinzip von "Der Name der Rose" orientiert. Auch wenn Plagiatismus meist einen fahlen Nachgeschmack hinterlässt, so hat es "The Abbey" geschafft, eine packende Story in ein bekanntes Szenario zu implementieren. Leider wird die packende Story von vielen Bugs, Crashes und Designschnitzern getrübt, dass sich das negativ auf die Wertung auswirkt.

 

Leonardo, der weise Mönch und sein Schüler, der 13-jährige Bruno, werden in ein altes Kloster gesandt, um dort die Ermittlungen zu einem Unfall mit tödlichem Ausgang aufzunehmen. Man vermutet einen Mordanschlag hinter dem Tod von Bruder Anselm, der von einem massiven Weihrauchschwenker erschlagen worden ist. Hoch zu Ross, machen sich die beiden Protagonisten auf den Weg und entgehen schon bei der Anreise nur knapp einem Mordanschlag.

 


Nach dem tollen Intro von "The Abbey" werd ich auch gleich mitten ins Spiel, und somit in ein klassisches Point & Click Adventure, geworfen. Dabei fällt der nahtlose grafische Übergang von Zwischensequenz zum Gameplay auf. Da sich das Ganze im liebevollen Cell-Shading, Comic-Stil präsentiert, verliebt man sich umgehend in die handgezeichneten Hintergründe und die 3D-Modelle der Charaktere. Ich hatte wirklich das Gefühl, mir einen interaktiven Trickfilm anzuschauen. Neben der gelungenen Grafik (die übrigens nur ein minimum an Hardware abverlangt) muss ich auch auf die 1A Synchronisation - in der deutschen Version - eingehen. Selten wird in einem Spiel dem Charakter, rein durch die Stimme so viel Leben und Glaubwürdigkeit eingehaucht, wie das in "The Abbey" der Fall ist. Die gregorianischen Chöre im Hintergrund bilden da nur die Spitze des Eisbergs.

 

Um Eintritt ins Kloster zu erhalten, muss erst die Glocke am Torbogen geläutet werden. Bei interaktionen mit der Umgebung oder anderen Personen, beschränkt sich "The Abbey" angenehmerweise auf die Steuerung mit der linken und der rechten Maustaste. Mit der linken Taste des Plastik-Nagers lasst ihr Leonardo zum angeklickten Punkt laufen, mit der rechten interagiert er. Das Inventar des Mönches, dass sich als Fensterfront einer Kirche entpuppt, füllt den gesamten Bildschrim und wird nur ausgefahren, wenn der Spieler mit den Mauszeiger an die obere Hälfte des Bildschirms schwenkt. Damit soll warscheinlich erreicht werden, dass das HUD das cineastische Spielerlebniss nicht trübt. Anfänglich hat mir das sehr gut gefallen, mit der Zeit wurde es aber extrem mühselig, da die Objekte, die sich im Inventar befinden, nicht zu sehen sind. Somit müsst ihr immer im Kopf haben, was ihr gerade mit euch rumschleppt. Echt nervend, gerade wegen der knackigen Rätsel. Ausserdem müsst ihr jeden Gegenstand den ihr findet, manuell im Inventar ablegen. Das muss doch echt nicht sein!

 

The Abbey ist, in vier Parse aufgeteilt, wovon 3 bei Tag stattfinden und einer bei Nacht. Das schwer dialoglastige Point & Click Adventure setzt auf knackige, teilweise aber schwer durchschaubare Rätsel. Dass getrockneter Wachs zum Beispiel nur mit der Einwirkung von Wasserdampf löslich ist, war mir bis zu "The Abbey" nicht wirklich bewusst. Bruno, der Junge aus adeligem Hause, welcher durch Leonardo geschult wird, nimmt bis zur Hälfte des Spiels nur eine verschwindend kleine Rolle ein. Ab und an gibt er Kommentare von sich, oder dient Leonardo als "Leiter". Die meiste Zeit verbringt Bruno aber damit, entweder ohne ersichtlichen Grund in Leonardo rein zu latschen, oder indem er dämlich im Weg rum steht und gewisse interagierbare Objekte erst nach mühseligem herumgeklicken freigibt. Ob sich Brunos Rolle im letzten Kapitel ändert, kann ich euch nicht sagen. Aufgrund eines fiesen Bugs beim Rätsel in der Kryptia, konnte ich das Spiel nicht bis zum Ende durchzocken - obwohl ich das sehr gern getan hätte! Ausserdem ist es Ratsam, das Spiel so oft wie möglich zu Speichern. Denn zwischendurch stürzt das ganze Spiel sang und klanglos ab und nimmt euren Rechner gleich mit. Wenn ihr nicht fleissig speichert und gerade gut im Spielfluss seid, dürft ihr euch also auf heftige Frustmomente gefasst machen. Mir ist das zweimal passiert, danach hab ich nach jedem "Event" das Spiel gespeichert.
MS
 
 
Conclusion
The Abbey macht etwa genauso vieles richtig, wie es falsch macht. Der Patch 1.08 BETA der noch am Releasetag erschienen ist, behebt weder die imensen Bugs noch die Spielabstürze. Damit wird das ganze tolle Feeling, die Charaktere und die äusserst spannende Story in den Schatten gestellt. Ich wollte mich wiklich durch "The Abbey" durchklicken, aber unter diesen Umständen ist das leider nicht möglich. Ich empfehle euch mit dem Kauf zu warten, bis der Patch der alle Probleme behebt, veröffentlicht wird. Wenn aber die Fehler aus dem weg geräumt sind, wird aus "The Abbey" ein erstklassiges Point & Click.
Infobox
Developer Alcachofa Soft Number of Players 1
Publisher Crimson Cow Recommended Age -
Genre Adventure http://www.theabbey-game.de/